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13.11.2015

Rezension: "Hamburg Rain 2084 - V2" von Claudia Pietschmann

Klappentext:

Eine Stadt im ewigen Regen. Eine Stadt mit hierarchisch gegliederten Ebenen. Eine Welt voller Geheimnisse, Träume und Verbrechen: Hamburg Rain 2084 - Das große Future Fiction eSerial von Herausgeber Rainer Wekwerth! Der Juggernaut Ruiz ist eine menschliche Spielfigur, die durch einen Chip im Kopf unter Kontrolle gehalten wird. Er muss fliehen, als er in der Arena einen Mord begeht. Helena ist fest entschlossen, ihn zu retten. Sie lässt sich auf einen Handel mit dem Schönheitschirurgen Dr. Golding ein, verkauft ihm ihre Telomere und damit zehn Jahre ihres Lebens. Ruiz und Helena genießen ihre Freiheit und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Doch dann gerät die Sache aus dem Ruder und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. »V2« ist der erste Teil der ersten sechsteiligen Staffel von »Hamburg Rain 2084«.


Rezension:
 
Ein Sci-Fi: Düster und brutal...

 
... so eröffnet sich mit V2 dem Leser Hamburgs Zukunftsversion.
In einer riesigen, aus unzähligen Ebenen bestehenden Stadt lernen wir verschiedene Protagonisten kennen. Auf der einen Seite den Juggernauten Ruiz und seine Freundin Helena. Seine Flucht vor der Polizei und ihre aufopfernde Tat, mit dem Verkaufen ihrer Lebenszeit, sein Leben zu retten. Auf der anderen Seite Ruiz Herrin, eine reiche Frau aus den oberen Ebenen und deren Mann Dr. Golding, der anhand Telomerverpflanzungen den Damen der oberen Ebenen ein langes Leben ermöglicht.
Dieses zukünftige Hamburg besteht aus hunderten dieser Ebenen. Architektonisch sowie gesellschaftlich. Vom tiefsten Moloch der Minusebenen bis zu den Plusebenen, in denen die Oberschicht lebt.
 
Das Science Fiction Szenario ist äußerst reizvoll, da wunderbar mit verschiedenen Gesellschaftsphänomenen und Verhaltensweisen gespielt wird. Auf einen Ort begrenzt birgt das ein großes Konfliktpotential, welches im Buch gut vermittelt wird. Im Grunde verhalten sich die Menschen auf allen Ebenen gleich. Sie Lieben, sie Hassen, nur in anderen Gewändern und unter anderen Voraussetzungen.
 
Die Geschichte ist atmosphärisch geschrieben und lässt einen gut in die Erzählung eintauchen. Hierbei sollte man jedoch nicht zart besaitet sein. Es herrscht eine teilweise recht derbe Sprache vor und bei der ein oder anderen Szene musste ich schon schlucken. Man bekommt die nackte und teilweise hässliche Wahrheit präsentiert. Die bildhafte Schreibweise lässt einen mitfiebern und mit den Protagonisten leiden. Aber gerade das macht den Text so authentisch, was die aufgezeigte Fiktion angeht und transportiert die erwähnte Atmosphäre. Man fühlt die beschriebene Zukunft, die Stadt, den Dreck und die Luftfeuchtigkeit.
 
Bei der Charakterbeschreibung hakt es in dem Buch leider. Ich weiß nicht, ob es Absicht ist die Protagonisten so derart ambivalent zu kreieren. Die Wesenszüge änderten sich derart oft und schnell, das bereitete mir Probleme Sympathien zu entwickeln.
So etwas ist teilweise schon reizvoll. Die Autorin spielt quasi hemmungslos mit ihren Figuren. Von lieb zu böse, sympathisch zu unsympathisch und wieder zurück. Gerne auch mal nur in Abstufungen. Im Nachhinein muss ich sagen, es hat zum Setting gepasst, während des Lesens war es mir oftmals zuwider. Das muss man mögen, bzw. darauf eingestellt sein.
 
Leider werden viele Nebencharaktere interessant eingeführt, dann aber nicht weiter ausgeführt. Das hinterlässt so einen halb garen Beigeschmack. Am Ende türmt sich ein Haufen loser Fäden und Vorgänge die nicht erklärt werden. Sowas mag ich überhaupt nicht. Zumal man ja nicht mal in den Fortsetzungen darüber weiter lesen wird, da die ja unabhängig voneinander, in variabler Reihenfolge lesbar sind.
 
Das Ende erfolgt recht abrupt, mit einer mir unverständlichen Logik und natürlich wieder mehreren offenen Enden, wenn auch zumindest nicht bei der Hauptgeschichte.
Ich sag es mal so, ohne zu spoilern: bei dem Setting hätte ich mit diesem Ende nicht gerechnet. Da war ich dann doch überrascht.
 
Der rote Faden der Reihe scheint mir tatsächlich nur der Ort zu sein, soweit ich das nach dem Lesen des Prequels "Der schwarze Regen" und V2 beurteilen kann. Das finde ich schade. Eine Verbindung über die Geschichte hätte mir gut gefallen. Aber da hätten sich die verschiedenen Autoren wahrscheinlich noch mehr untereinander austauschen müssen.
 
Was der Titel V2 mit der Geschichte zu tun hat, erschließt sich mir auch nach der Lektüre nicht. Ich kann nur spekulieren: Volume 2?
Es gab meines Wissens keine Hinweise auf eine Erklärung, oder ich habe es nicht mitbekommen.
 
Fazit:
Eine Geschichte um Liebe, Aufopferung, Hass und Rache, eingebettet in ein düsteres dystopisches Science Fiction Setting. Meine Empfehlung richtet sich vornehmlich an erwachsene Sci-Fi-Fans.
Dieser erste Teil der Hamburg Rain 2084 Reihe bekommt von mir 4 von 5 Sterne.
 

01.08.2013

Rezension zu "Getrieben. Durch ewige Nacht" von Veronica Rossi



ab 14 Jahren

EUR 17,95 · SFR 24,90 · EUA 18,50

ISBN-13: 978-3-7891-4621-3

Erschienen im Mai 2013 

Arias Kampf gegen Stürme, die Leben und Liebe bedrohen. 

Endlich haben Aria und Perry seinen Stamm erreicht. Doch seine Leute trauen Aria nicht. Um den Anfeindungen zu entfliehen, macht sie sich gemeinsam mit Roar auf die Suche nach der Blauen Stille, dem Ort, an dem alle Ätherstürme ruhen und der auch Perrys Stamm retten kann. Während ihrer Abwesenheit taucht Kirra, die Anführerin eines befreundeten Stammes auf. Wird Perry ihren Annäherungsversuchen widerstehen?

Der zweite Band der packenden Trilogie: über eine Liebe, die Missgunst und Todesgefahren ausgesetzt ist und trotzdem niemals aufgibt. 

Oetinger Verlag



Emotional, dramatisch, spannend... 

... diese Wörter kommen mir in den Sinn wenn ich an das Buch denke. 
Bevor ich es gelesen habe, war ich jedoch erstmal skeptisch. Band 1 hat mir sehr gut gefallen und meine Sorgen waren: kann Band 2 dieses Niveau halten und komme ich gut wieder in die Geschichte rein? Denn die hatte ich im Laufe der Zeit in ihren Einzelheiten teilweise wieder vergessen. 

Glücklicherweise waren sie umsonst. Band 2 steht dem ersten in nichts nach. Außerdem schafft es die Autorin den Leser unaufdringlich an Personen und Ereignisse aus dem vorigen Buch zu erinnern. Zwar meist kurz gehalten, aber auf den Punkt gebracht. Z.B. in Form von Erinnerungen oder Gesprächen der Protagonisten. Zu bereits Bekanntem erfährt man auch neue Dinge aus der Vergangenheit, die Personen erneut Tiefe verleiht, so dass die Bindung des Lesers zu ihnen weiter wächst. Dies gilt nicht nur für die Hauptpersonen, sondern auch für Nebencharaktere, was die Geschichte sehr lebendig wirken lässt. Roar, Liv, Cinder, nur um mal ein paar zu nennen. Man fühlt mit ihnen, leidet und lacht. 
Selbstverständlich kommen Aria und Perry darüber hinaus nicht zu kurz. Schließlich widmen sich die Kapitel im Wechsel den Beiden. 

Wer diese Art von Trilogie kennt, weiß natürlich, dass es in Band 2 ein bisschen dramatisch zugehen muss. Allerdings kommt es einem geradezu natürlich und logisch vor. Keine Spur von nervigen, in die Länge ziehenden Passagen, um das Buch zu füllen. Nein, angenehme Spannung, die mich das Buch hat vermissen lassen, wenn ich gerade nicht gelesen habe und mich beim Lesen darin hat versinken lassen. 

Auch eine weitere Eigenschaft fehlt. Ob sie nun gut oder schlecht ist, ist Geschmacksache: der fiese Cliffhanger am Schluß. 
Natürlich ist die Geschichte noch nicht zu Ende und in viele Richtungen und Handlungsstränge offen. Doch für mich ist es eher eine interessierte Spannung, da das Buch auch wiederum andere Stränge geschlossen hat. Oder etwa nur scheinbar? Nun, Lust auf Band 3 habe ich natürlich auf jeden Fall und freue mich schon sehr, hoffentlich wieder so ein angenehmes Buch wie dieses zu lesen. 

Der Schreibstil ist zwar recht einfach, doch nicht zu platt. Für Jugendliche bestens geeignet, da man hier auch einige positive Werte wie z.B. Loyalität und Liebe vermittelt bekommt. Da es jedoch nicht zu kindlich ist und die Situationen teilweise recht hart und ernst sind, ist es auch bestens für Erwachsene geeignet, mal von den anderen Aspekten abgesehen, die das Buch lesenswert machen. 

Wer ein spannende Geschichte lesen möchte, in dessen Handlungsstränge tiefe Emotionen fein verwebt sind, liegt mit diesem Fortsetzungsband genau richtig. Band 1 sollte jedoch, der Verständnis halber, vorher gelesen werden. 
Band 3 erscheint am 31.03.2014

01.03.2013

Hörbuch-Rezension zu "Feed - Viruszone" von Mira Grant


Sprecher: Tanja Geke
Spieldauer: 17 Std. 01 Min. (ungekürzt)
Audible 2012
Im Jahr 2014 geschieht das Unbegreifliche: Künstlich hergestellte Viren entweichen aus einem Labor und verbinden sich zu einem neuen Krankheitserreger, der die Toten zum Leben erweckt. Millionen Menschen sterben, als eine Flut von Zombies die ganze Welt überrennt. Zwanzig Jahre nach dem Ausbruch sind die Internetblogger Georgia und Shaun Mason auf der Suche nach den Hintergründen der Epidemie. Als Senator Peter Ryman sie bittet, ihn bei seiner Wahlkampagne zu begleiten, sagen die beiden sofort zu. Doch dann kommt es zu einem Zombie-Angriff, der eindeutig auf Sabotage zurückzuführen ist. Eine gefährliche Jagd beginnt...



Ca. 26 Jahre in der Zukunft:

Zombies bevölkern die Erde, doch das Leben geht weiter - nur anders, angepasster an die wandelnden Untoten.
Darüber berichten die zwei Geschwister Shaun und Georgia und deren Freundin Buffy auf ihrem (ihren) Blog(s).
Die neue Art der Nachrichtenübermittlung, nachdem die Leute vor lauter Angst lieber zu Hause bleiben, statt sich vom Zeitungskiosk Printmedien zu kaufen.

Das ist die Basis des Romans. Hinzu kommt darin eingebettet die Berichterstattung der drei über den Wahlkampf des Präsidentenanwärters, mit dessen Team sie durch das infizierte Amerika fahren.

Es erwarten einen durchaus brenzlige Begegnungen und Kämpfe mit Zombies, allerdings längst nicht so splattermäßig wie in manch anderem Zombieroman.
Vielmehr ist dieses Buch sehr sozial- und gesellschaftskritisch und behandelt viele Aspekte des Lebens, die auch heute (wenn auch mit anderem Hintergrund) ihre Gültigkeit haben.

Ich muss gestehen, dass ich den Anfang zwar ganz nett, jedoch nicht wirklich fesselnd fand. Ich brauchte eine Weile um mit den Charakteren der Protagonisten zurechtzukommen, da sie alle sehr speziell und mitunter schwierig sind. Aber je länger man liest bzw. hört, desto mehr taucht man in die Geschichte ein und gewinnt die Personen lieb. Jede auf seine verschrobene Art und Weise.
Hatte ich noch zu Beginn nicht unbedingt den dringenden Wunsch weiterzuhören, so änderte sich das ca. ab der Hälfte des Hörbuchs. Die Spannung steigert sich stetig und entlädt sich sehr emotional. Zumindest war das meine Reaktion am Ende.

Hier ein Tipp von mir: Lest nicht den Klappentext des zweiten Teils der Trilogie, bevor ihr den ersten zu Ende gelesen habt! Denn der spoilert enorm!

Die Sprecherin Tanja Geke liest grandios. Ich bin ja sowieso ein Fan von ihr. Sie bekommt so feine Akzentuierungen hin, so dass sie für alle Protagonisten eine andere Vorlesestimme hat. Vorlesestimme deshalb, da meist aus den Blogberichten vorgelesen wird.
Ich hatte zwar gerade am Anfang etwas Mühe mich einzufinden, da erst am Ende eines Eintrags der Verfasser genannt wird, aber mit der Zeit konnte ich es dank ihrer Betonung gut herraushören.

Fazit
Ein wunderbarer, spannender, gesellschaftskritischer Roman über das Blogger-Nachrichtengeschäft, über Politik, über ein (Über-)Leben mit Zombies. Sehr empfehlenswert, wenn man sich vorher bewusst macht, auf was man sich einlässt. Dann kann man nicht enttäuscht werden.
Für hardcore Zombie-Splatterfans ist das Buch eher nichts.


Ich freue mich sehr auf die nächsten Teile der Newsflash Trilogie: "Deadline" und "Blackout".

26.02.2013

Hörbuch- Rezension zu "Gebannt - unter fremden Himmel" von Veronica Rossi


Sprecher: Laura Maire
Spieldauer: 10 Std. 23 Min. (ungekürzt)
Oetinger Media 2012
Die siebzehnjährige Aria kommt aus einer Welt ohne Schmerz, Hunger und Leid. Perry hingegen kommt aus der Wildnis, in der nur der Stärkere überlebt. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr Leben und zwischen beiden entwickelt sich eine Liebe, die sich über alle Unterschiede hinweg setzen muss.






Sie vermeintlich sicher und keimfrei unter Kuppeln und er in der freien Natur unter einem Himmel voller Äther - so leben Aria und Perry. Zwei völlig kontrere Welten, die eigentlich kein Kontakt miteinander haben. Und doch treffen beide irgendwann aufeinander...

Wir haben es hier mit einem dystopischen Jugendbuch-Science Fiction zu tun. Die Idee mit den Kuppeln ist zwar nicht komplett neu, jedoch gut umgesetzt.

Die Protagonisten wirken sehr authentisch. Besonders gelungen finde ich deren Entwicklung im Laufe der Geschichte. Man liest nicht sofort vermeintliche Liebe und Zuneigung, sondern eher das Gegenteil ist der Fall.

Spannend, emotional und sogar überraschend kommt die Geschichte daher. Außerdem gut verständlich und trotz einiger Gewaltszenen für Teenager sowie Erwachsene geeignet.

Wie die meisten Jugenduchdystopien ist auch diese nicht abgeschlossen, sondern der Auftakt einer Trilogie.

Gesprochen wird das ungekürzte Hörbuch von Laura Maire. Ich kannte sie bis dahin noch nicht, aber sie hat die perfekte Stimme dafür! Passt perfekt zu einem Jugendbuch, da sie etwas "jünger" klingt und die Qualität ihrer Sprecherleistung ist erstklassig. Ich habe es sehr genossen zu hören und hoffe, sie spricht auch wieder Band 2.

Dieser erscheint als Buch am 01.03.2013 und heißt "Getrieben - Durch ewige Nacht".

14.10.2012

Rezension zu "Nachtbrenner" von Myra Çakan

Myra Çakan - Nachtbrenner


Auch erschienen als limitierte 
Vorzugsausgabe im
Joachim Körber Verlag, Bellheim
ISBN 978-3-924959-86-9


In naher Zukunft und auf fremden Welten – dystopische Kurzgeschichten.

Neben der Titelgeschichte vereint die Sammlung Nachtbrenner alle in Alien Contact und c’t veröffentlichten, Cyberpunk-Stories von Myra Çakan aus den Jahren 1990 bis 2004, darüber hinaus die Stories „Im Netz der Silberspinne“, „Das kalte Licht der Sterne“ und „Fremde Schatten“, und vier Erstveröffentlichung u. a. das im Universum des Cyberpunk-Romans Downtown Blues angesiedelte „Nachtschicht“ sowie das Hörspielmanuskript von „Nachtbrenner“, das 2011 vom SWR produziert und gesendet wurde. Mit einem Vorwort von Joachim Körber.


Postapokalyptische Welten besuchen, im Weltraum agieren, Kriminalfälle aufdecken, uns in den Cyberspace stöpseln - dies und mehr aus der Welt der Science Fiction und im Ansatz der Fantasy und des Krimis, kann man beim Lesen dieses Buchs erleben. Myra Çakan hat mit Nachtbrenner eine Sammlung ihrer Kurzgeschichten als eBook veröffentlicht.

Wie schon erwähnt stößt man auf eine Fülle an unterschiedlichen Szenarien. Diese werden wundervoll mit verschiedenen Schreibstilrichtungen untermalt. Nicht immer so, dass es genau meinen Geschmack trifft, jedoch stets passend zur jeweiligen Story.

Einige Geschichten liebe ich, andere nerven mich, wiederum andere waren einfach gut. Da ich hier nicht auf jede einzelne eingehen werde, bleibt es bei dieser recht oberflächlichen Aussage. Eins haben jedoch alle Kurzgeschichten gemeinsam: sie regen zum Nachdenken an. Das ist der Autorin wirklich gut gelungen. Verzweifelt wünschte ich mir das ein oder andere mal eine Auflösung. Nun, die muss ich mir natürlich selbst ersinnen, aber genau so ist es schließlich auch gedacht. Obwohl teilweise durchaus Potential für einen ganzen Roman vorhanden ist. Wer weiß, vielleicht werden wir in Zukunft noch Charaktere in alleinstehenden Büchern wiederfinden. Das würde mich freuen.

Die Titelstory "Nachtbrenner" ist auch als Hörspiel umgesetzt worden. Das Script dazu befindet sich auch im Buch. Wer es, wie ich, jedoch lieber hören möchte: Auf der Homepage der Autorin steht der Link zum anhören.
Wer sich also einen kleinen Einblick verschaffen möchte, kann sich mit dem Hörspiel warm hören und danach z.B. ihre restlichen Kurzgeschichten lesen.

Wie es der Name schon sagt, es sind kurze Geschichten. Demnach eignet sich das Buch auch hervorragend dazu in Häppchen gelesen zu werden. Zwischendurch sozusagen. Dann können die einzelnen Geschichten auch gut nachwirken. Und wie gesagt - das tun sie.

Normalerweise habe ich bislang keine Kurzgeschichten gelesen, aber dieses Buch hat mir gezeigt, dass es sich durchaus lohnt einmal etwas neues zu probieren. Auch ein nicht episch langer Science Fiction kann gut sein. Ja sogar gerade deswegen besonders reizvoll, da man ganz andere Möglichkeiten hat bestimmte Aussagen zu transportieren.

Meine Empfehlung:
Dieses Kurzgeschichtensammlung ist etwas für Science Fiction Fans. Und damit meine ich wirkliche SF Liebhaber. Für jemanden der zwar Gefallen an den Jugendbuch-Dystopien hat, aber sonst mit SF nichts anfangen kann, sollte lieber die Finger davon lassen. Das Buch ist härter und das ist auch gut so!
Ansonsten gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung. 
Ich vergebe sehr gute 4 Sterne. 5 sind es nicht geworden, da mir der Stil einiger Storys nicht zusagte, dies ist aber ganz klar Geschmacksache. Andere mögen sie vielleicht begeistern. Da hilft nur eins: Ausprobieren!

12.10.2012

Rezension zu "Starters" von Lissa Price

Lissa Price - Starters 



Sprecher: Annina Braunmiller
Spieldauer: 19 Std. 16 Min. (ungekürzt)
HörbucHHamburg HHV GmbH 2012
Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant...
HÖRPROBE LISSA PRICE - STARTERS VON AUDIBLE

Jugendliche unter der Fuchtel machthungriger Senioren

Nach einem Sporenkrieg gibt es nur noch Jugendliche und Senioren. Starter und Ender. Die Letzteren missbrauchen ihre Macht über die Kinder um sie als Arbeitssklaven zu nutzen, oder sich mit ihren unverbrauchten Körpern zu amüsieren, in dem sie sie übernehmen.
Um ihren Bruder Medizin kaufen zu können, gibt sich die 16 jährige Callie diesem Endersport freiwillig hin. Es läuft jedoch nicht so, wie es laufen soll und sie kommt einem tödlichen Skandal auf die Spur.

Die Idee des Buchs ist erfrischend neu und birgt interessantes Erzählpotential. Leider wird es teilweise etwas unrealistisch rübergebracht. Sicherlich es ist ein dystopischer Science Fiction, da hat die Autorin einen gewissen Spielraum, aber ein Jahr nach dem Wegfall von Eltern schon so ein jugendverachtendes Szenario zu erstellen, ist einfach unlogisch. Auch der Hass auf Enders. Die werden ja von Callie so gut wie alle in sehr respektloser Weise beschrieben, als nach Alter stinkende, mottenzerfressene Menschen.
Aber dies war auch schon mein Kritikpunkt an dem Buch. Davon mal abgesehen war es sehr gut. Fesselnd und spannend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sogar der Bösewicht ist lockend mysteriös beschrieben.

Eine Liebesgeschichte kommt selbstverständlich auch vor, aber diese bettet sich ganz natürlich in den Handlungsverlauf. Hier wurde die richtige Mischung gefunden, so dass die eigentliche Mission nicht untergeht.

Das Ende macht große Lust auf den Folgeband und lässt einen grübelnd und an der Absicht einiger Charaktere zweifelnd zurück.

Die ungekürzte Hörbuchumsetzung durch Annina Braunmiller ist sehr gelungen. Sie liest so gut, dass es eben nicht vorgelesen klingt. Man kann ohne Probleme in die Geschichte abtauchen und die 9 Std. 16 Min. genießen.

Meine Empfehlung:
Es ist zwar ein Jugendbuch, aber auch für Erwachsene empfehlenswert, die gerne Dystopien lesen. Das ungekürzte Hörbuch kann ich auch Hörbuchunerfahrenen ans Herz legen.

03.02.2012

Rezension zu "Herr aller Dinge" von Andreas Eschbach

Andreas Eschbach - Herr aller Dinge 


Sprecher: Sascha Rotermund
23Std. 46Min. (ungekürzt)
Lübbe Audio GmbH 2011
Als Kinder begegnen sie sich das erste Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an trennt sie der soziale Unterschied. Doch Hiroshi hat eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt tilgen könnte. Als er und Charlotte sich wiederbegegnen, sieht er dies als Zeichen, dass sie miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt zu verändern - denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine Zivilisation gegeben - und sie hat das schrecklichste Verbrechen begangen...

Hörprobe zu Herr Aller Dinge von Andreas Eschbach bei Audible

Alle Menschen sollen Reich sein und jeder soll nur noch das machen, worauf er wirklich Lust hat.
Hiroshi Kato, ein kleiner Junge aus Japan, hat eben diese Vision, die er im Laufe der Zeit auch umsetzten will. Er weiß auch schon wie...
So beginnt die Geschichte um das Leben von Hiroshi dem Protagonist. Die zweite tragende Rolle belegt Charlotte Malrou, eine Diplomatentochter, die sich in Kindertagen mit Hiroshi anfreundet.

Das Buch erzählt im Grunde ihre Leben. Abwechselnd mal aus Charlottes, mal aus Hiroshis Sicht. Und der rote Faden ist sein Versuch, der Herr aller Dinge zu werden, zum Wohle der gesamten Menschheit.
Die im Klappentext beschriebene vorherige Zivilisation hat damit zwar etwas zu tun, aber erst gegen Ende des Buchs. Außerdem ist dieser Sachverhalt eher Charlotte zugeordnet.

Ich muss gestehen, mir war sehr lange nicht klar, um welches Genre es sich bei dem Buch handelt.
Es ist zwar glaube ich, in Gegenwartsliteratur eingeordnet, allerdings würde ich rückblickend sagen, man hat es hier eindeutig mit Science Fiction zu tun.

Am Anfang plätscherte die Story so vor sich hin. War interessant, jedoch nicht mitreißend. Doch je weiter man hörte und je älter demnach die Beiden wurden, desto faszinierender und spannender wurde es. Das Ende war so emotional, ich musste echt mit mir kämpfen und hatte einen dicken Kloß im Hals.

Hiroshi und Charlotte sind mir sehr sympathisch und der Autor versteht es meisterhaft einen in eine sehr gut ausgearbeitete, wissenschaftlich fundierte und komplexe Geschichte hineinzuziehen.

Sascha Rotermund hat das Hörbuch ganz hervorragend gesprochen. Sehr angenehm und sehr professionell.

So nun kommt aber endlich mal ein Kritikpunkt, für den der Autor jedoch nichts kann. Und zwar die Musik zwischen einzelnen Passagen oder Kapiteln. Für was? Ok, sie war asiatisch angehaucht, hat also bedingt gepasst, aber sie war teilweise sooooooo unglaublich lange. Grauenhaft! Gerade zwischen spannenden Szenen, oder wenn man unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.
Also so etwas geht gar nicht! Bitte nicht nochmal...
Das positive, was man dem ganzen abgewinnen kann, ist das hier die Musik wenigstens nicht unter das Gesprochene gemischt wurde - das wäre der SuperGAU gewesen.

Meine Empfehlung:
Wer sich für wissenschaftlich angehauchte Romane begeistert (in dem Fall Technik und Anthropologie) kann hier bedenkenlos zuschlagen.
Auf Grund des netten, aber relativ unspektakulären ersten Teils gibt es von mir gute 4/5 Sterne für dieses ungekürzte Hörbuch.



11.11.2011

Rezension zu "Robocalypse" von Daniel H. Wilson

Daniel H. Wilson - Robocalypse 


Sprecher: Rolf Berg
Spieldauer: 12Std. 35 Min. (ungekürzt)
Lübbe Audio Hörbuch 2011
Angeführt von Archos, einer von Wissenschaftlern geschaffenen künstliche Intelligenz, beginnen die Maschinen sich gegen ihre Besitzer zu erheben. Navigationssysteme und computergesteuerte Waffensysteme werden zur tödlichen Gefahr. Aber auch unter den Menschen beginnt sich Widerstand zu formieren. Wird es den Robotern gelingen, die Menschheit in der Robocalypse auszulöschen?

Hörprobe: Daniel H. Wilson - Robocalypse auf Audible.de

Cormac Wallace Mil#GHA217

Cormac Wallace und sein Brightboy Squad entdecken kurz nach Beendigung des Krieges gegen die Maschinen, einen würfelförmigen Roboter, in dem Archos der Roboteranführer die Geschichte des Krieges anhand ausgewählter Helden dokumentiert hat. Eine Art Black Box. Cormac macht sich zur Aufgabe diese Geschichte für die Nachwelt aufzuschreiben und erzählt uns damit über den Krieg. Wie es dazu kam - von seinen Vorläufer bis hin zum Ende.
Professor: "Wir sind dafür gemacht zu leben!"
Archos: "Ihr seid nicht dafür gemacht zu Leben, sondern zu töten."
Durch die vielen verschiedenen Berichte und Mitschnitte wird es nie langweilig. Man ist praktisch wie live dabei, was mitunter sehr spannend und dramatisch sein kann.
Das ganze ist folgendermaßen aufgebaut: Cormac Wallace gibt vor und nach den Berichten Kommentare ab und dazwischen erfolgt, teilweise in Ich-Erzählweise, die Erzählung der Aufzeichnungen.
Erst dachte ich es sei eine Aneinanderreihung verschiedener Berichte unterschiedlicher Helden. Doch nach und nach traf man in der Dokumentation alte Helden wieder. Immer zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Dies ergibt einen roten Faden und verbindet die vielen Einzelberichte zu einem großen fortlaufenden Ganzen. Man freut sich von alten Bekannten zu hören und deren Schicksal zu sehen.
Da hätten wir, nur um mal ein paar zu nennen: Cormac Wallace und sein Bruder, der bei der Nationalgarde ist, einen indianischstämmigen Polizisten, einen alten japanischen Techniker, einen jugendlichen Computerfreak, eine Mutter mit zwei Kindern und viele mehr.

Die Schrittweise Lebendigwerdung der Roboter löst beklemmende Gefühle aus und ich muss gestehen, ich betrachte die Geräte in meiner Umgebung nun deutlich skeptischer. Zwar spielt das Buch in unserer Zukunft, in der viel mehr Robotertechnik als heutzutage verwendet wird und noch mehr vernetzt ist, aber wir sind auf dem Weg dahin. Von daher ist das meiner Meinung nach nicht wirklich unrealistisch. Und eben dies macht das gruselige Gänsehautfeeling aus.

Sicher ist die Story "Roboter oder Maschinen übernehmen die Kontrolle" im Grunde nichts neues, was mir aber nichts ausgemacht hat, da die Umsetzung originell und fesselnd war. Gerade zum Ende hin steigerte sich die Spannung noch.
Man sollte dich aber im klaren sein, dass es schon einen typisch amerikanisch heroischen Touch hat. Obwohl die Schauplätze weltweit verteilt sind. Alaska, USA, London, Afghanistan usw.. Ich könnte mir das Buch auf jeden Fall auch gut verfilmt vorstellen. Ob Hollywood wohl schon angefragt hat?

Das einzige was mich zu Anfang inhaltlich gestört hat, war die dauernde Wiederholung von Cormacs Milnumber. Allerdings hat sich das im Laufe des Hörbuchs relativiert und ich habe mich daran gewöhnt. Wenn man das Buch liest, wird man das wohl eher überfliegen.

Teilweise hätte ich mir am Ende noch mehr Bezug zu einigen Helden gewünscht, deren weiteres Schicksal mich interessiert hätte.

Die Stimme des Sprechers Rolf Berg ist tief und angenehm. Er betont gut und dem Text entsprechend. Die Stimmen der verschiedenen Personen interpretiert er sehr gut und weiß sie so umzusetzen, dass man teilweise das Gefühl hat man schaut hörenderweise einen Hollywoodfilm. Wirklich sehr beeindruckend.

Was mich bei der Hörbuchumsetzung jedoch gestört hat, war die Musik am Anfang oder Ende eines Teilstücks. Sie war zwar passend dramatisch, ging allerdings teilweise zu lange und in den gesprochenen Text mit rein, war zu laut und generell unnötig. Aber ich mag sowieso bei Hörbüchern keine Musik. 

Meine Empfehlung:
Ein Buch mit einem gewissen 'Was wäre wenn? Endzeitcharakter. Für Science Fiction Fans auf jeden Fall, aber auch für alle anderen, denen so ein Thema zusagt, absolut empfehlenswert!



18.09.2011

Kommentar zu "Der Übergang" von Justin Cronin

Justin Cronin - Der Übergang 


ISBN: 978-3-442-31170-5
€ 22,95 [D]
| € 23,60 [A]
Erscheinungstermin:

9. August 2010
Die Welt, wie Sie sie kennen, wird es nicht mehr geben!

Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde – das Mädchen, das plötzlich auftauchte, die Erste und Letzte und Einzige, die tausend Jahre lebte – war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.

Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Fast 1,2kg, über 1000 Seiten, ein absolut gelungenes Cover und das beste: der Inhalt ist grandios! Ich liebe dieses Buch. Endlich mal wieder ein guter Endzeitroman.
Auf keiner der vielen Seiten wurde mir langweilig, im Gegenteil, es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die immer mal wechselnden Erzählweisen wirken erfrischend.
Die Charaktere werden gut ausgearbeitet und man fühlt und leidet mit ihnen. Der Schrecken und die teilweise Trostlosigkeit, aber auch die Hoffnung, die die Überlebenden empfinden, überträgt sich auf den Leser.
Die 2 Nachfolgebände erscheinen wohl 2012 und 2014. Ich erwarte sie schon ungeduldig!
100%ige Leseempfehlung!

   

24.07.2011

Rezension zu "Winterspiele" von Jean-Claude Mourlevat

Jean-Claude Mourlevat - Winterspiele


ISBN: 978-3-570-30455-6
€ 12,99 [D]
| € 13,40 [A]
Erscheinungstermin:
9. November 2010
Ein Buch von orwellscher Kraft

Ein Land in Eisesstarre – alle leiden unter der Herrschaft der gnadenlosen Phalanx, die keinen Widerstand duldet. Doch eines Tages geschieht das Unfassbare: Bartolomeo und Milena brechen aus dem strengen gefängnisartigen Internat aus und treten die Flucht an. Ihre Freunde Milos und Helena folgen ihnen durch eine eisige Winterlandschaft, als die Phalanx bereits ihre Hundemeute auf die jugendlichen Ausreißer jagt. Milos wird von den Häschern gefasst und muss an grausamen Gladiatorenkämpfen teilnehmen. Doch alle vier tragen die Hoffnung in sich, das Regime zu stürzen …

Kaltes Buch welches sich erst zum Schluss erwärmt

"Ein Land in Eisstarre, alle leiden unter der Herrschaft der gnadenlosen Phalanx." So beginnt der Covertext. Erst dachte ich, ich hätte es hier mit einer Dystopie UND einem Endzeitroman zu tun, aber letztlich war es 'nur' eine Dystopie, deren Geschehen zufällig im Winter spielt.
Der Inhalt ist schnell beschrieben: vier 17jährige (jeweils zwei Mädchen und zwei Jungen) brechen gemeinsam aus ihren grausamen Internaten aus und versuchen ihr Glück in Freiheit, obwohl diese durch ein totalitäres Regime erheblich eingeschränkt ist. Die so genannte Phalanx wollen sie stürzen.
 
Ich habe ein wenig den Tiefgang des Buches vermisst. Obwohl, es ist ja ein Jugendbuch. Vielleicht ist das der Grund dafür? Es passiert vieles recht überstürzt und  zum Teil auch nicht immer ganz nachvollziehbar.
Außerdem hatte ich von Anfang an keinen wirklichen Bezug zu Milena und Bart, weil deren Gefühlsleben nur sehr rudimentär abgehandelt wird. Ja, ich kann schon fast sagen, dass ich die beiden eigentlich gar nicht leiden kann.
Andererseits macht auch gerade das den ganz speziellen Charme des Buches aus. Man fühlt sich als würde etwas fehlen und spürt irgendwie die Trostlosigkeit, genau wie die Protagonisten, die unter der Phalanx und dem fast chronischen Informationsmangel leiden.
 
Was einige sicher bemängeln, ich aber erfrischend anders finde: das Buch springt immer mal ein wenig in der Zeit. Und zwar dann, wenn der Autor anfängt von einer anderen Person zu erzählen. So dass sich schon mal Erzählstränge überschneiden, bzw. Teile der zuvor erzählten Geschichte nochmal, aus der Sicht eines anderen Protagonisten, wiedergegeben wird.
Obwohl das Hauptaugenmerk ganz klar bei Helen (und Milos) liegt. Bei den beiden hatte ich auch am ehesten das Gefühl, tiefer als bei den anderen, in deren Welt und Emotionen eintauchen zu können.
 
Die Idee der Story finde ich sehr interessant, um daraus allerdings ein sehr gutes Buch zu machen, bedarf es meiner Meinung nach mehr.
Da es mir trotz aller Kritik gut, bzw. annähernd gut gefallen hat, vergebe ich dafür auch 4 Sterne, allerdings mit einem diffusen Gefühl der Leere, die mich während des Buches, bis kurz vor Schluss begleitet hat. Was mich eigentlich eher zu 3 Sternen tendieren lässt.
Den Schluss wiederum halte ich für sehr gelungen. Alle Emotionen die vorher gefehlt haben, drohen einen auf den letzten Seiten zu überrollen.
 
Das Genre kann ich außer Dystopie & Jugendroman nicht wirklich weiter differenzieren. Denn die im Buch auftretenden Hunde- und Pferdemenschen verhindern ein bisschen das Einordnen. Da man nichts über ihre Herkunft herausbekommt (Gab es sie schon immer: Fantasy; Sind es genetische Experimente: Science Fiction). Das fand ich ein wenig schade, denn das hätte mich interessiert.

Meine Empfehlung:
Als erwachsener Leser sollte man sich bewusst machen, dass man einen Jugendroman vorliegen hat und sich darauf auch einlassen - wenn man das denn möchte.
Des weiteren sollte man, wie bereits erwähnt, einen etwas mangelnden Tiefgang verschmerzen können.
Wen das nicht abschreckt: lesen!


   

13.07.2011

Rezension zu "Spektrum" von Sergej Lukianenko

Sergej Lukianenko - Spektrum 


ISBN: 978-3-453-52622-8
€ 9,99 [D]
| € 10,30 [A]
Erscheinungstermin:
13. Juni 2011
Sprecher: David Nathan
Spieldauer: 22Std. 39Min. (ungekürzt)
Hörbuch Audible GmbH 2007
Als die Menschen eines Tages ein von Außerirdischen installiertes Teleportationssystem entdecken, beginnt für Privatdetektiv Martin Dugin das Abenteuer seines Lebens: Denn dieses System ermöglicht es, in Sekunden die Abgründe zwischen den Planeten der Galaxis zu überwinden. Eine perfekte Möglichkeit also für jene, die den Zuständen auf der Erde entfliehen wollen ...

Einsam ist es hier...und traurig. Sprich mit mir Wanderer!

Spektrum von Lukianenko habe ich ungekürzt gehört. Ich muss sagen, anders kann ich die Bücher von ihm einfach nicht konsumieren, denn hierbei bedarf es großem Durchhaltevermögen.
Die Geschichte braucht erst ihre Zeit sich zu entfalten. Lukianenko würde das mit einem guten Rotwein vergleichen, obwohl nur er alleine weiß, aus welchem Land und welcher Region er stammen und welche Speisen dazu gereicht werden sollten.
Doch als ich erstmal in die Geschichte eingetaucht bin, erschien sie mir wie eine kuschelige Decke unter der man sich zurechtlegt, um in ferne Traumwelten abzudriften.

Um was geht es eigentlich:
Die so genannten Schließer haben der Menscheit und deren vielen Verwandten auf anderen Planeten, ermöglicht diese durch Tore zubereisen. Der Preis dafür ist pro Weg jeweils eine Geschichte um die Traurigkeit und Langeweile der Schließer zu vertreiben. Für manche mag das ein One Way Ticket sein, denn sie akzeptieren bei weitem nicht jede Geschichte.
Einer dessen Geschichten meistens akzeptiert werden ist Martin Dugin, Privatdetektiv aus Moskau. Ihm wird die Aufgabe zugetragen ein junge Frau wiederzufinden, die ohne ihre Eltern zu informieren durch das Tor gegangen ist. Er soll sie animieren wieder nach Hause zurück zu kehren. Ein eigentlich ganz gewöhnlicher Job, der jedoch weit verstrickter ist als es zuvor scheint und ein großes Rätsel birgt.

Wie das Hörbuch auf mich wirkte, resultierte im Grunde darauf, in was für einer Stimmung ich gerade war. Schließlich hört man die über 22 Std nicht am Stück.
Es gab Momente an denen ich die Geschichte und vor allem den sprachlichen Genuss dieses hervorragend geschriebenen Buches genossen habe.
Dann wiederum war mir streckenweise einfach nur sterbenslangweilig und ich hatte den Drang vorzuspulen. Gerade bei den, in jedem Kapitel wiederkehrenden, Essensszenen und sonstigen Ausschweifungen denen sich der Autor gerne mal hingibt.
Es ist typisch Lukianenko und mit Sicherheit macht gerade das einen großen Reiz des Buches aus, aber trotzdem war ich das ein oder andere mal genervt.

Meine Empfehlung:
Spektrum wird geprägt von kulinarischen Genüssen, Geschichten  und Rätsel. Die Story wiederholt sich im Grunde viele male mit immer neuen Varianten. Das Buch ist eher philosophisch angehaucht, man darf also, bis auf den Schluss, keine große Spannung oder Action erwarten.
Wer allerdings ein solides Buch lesen möchte und Wert auf eine schöne Sprache legt, ist hier goldrichtig.

Des weiteren empfehle ich wärmstens die ungekürzte Lesung. David Nathan ist zwar nicht mein Lieblingssprecher, aber er ist sehr gut und es ist mehr als angenehm im zuzuhören.  Lukianenkos Bücher gewinnen als Hörbuch nochmal enorm an Ausdrucksstärke.

Sternevergabe:
• 3 Sterne für die teils ermüdenden Längen
• 5 Sterne - wie erwartet - für den Schluss und die schöne Schreibweise
(• 4 1/2 Sterne für den Sprecher)
Machen gute 4 Sterne mit der leichten Tendenz nach unten, wegen der doch leider immer wieder aufkommenden Langeweile.
Wäre ich ein Schließer hätte ich einige male während der Geschichte gesagt: "Einsam ist es hier und traurig... ich habe schon viele solcher Geschichten gehört..." und immer hätte Martin dazwischengerufen: "Die Geschichte ist noch nicht beendet!" ;)

Ich hoffe diese Rezension hat eure Traurigkeit und Langeweile vertrieben? Oder soll ich noch weiter erzählen? Nun gut, dann kommt zu guter letzt noch eine der vielen Essensszenen:
   
Genüsslich lies Martin den Blick über die Mahlzeit schweifen: leicht geräucherte zarte Schweinshaxe, die mit Buchweizengrütze und Pilzen, einer in duftendem Pflanzenöl angebratenen Zwiebel und fein geriebenem Wachtelei auf einem großen, matt glänzenden weißen Teller von runder Form serviert wurde.
"Jedes Gericht muss seinen besonderen Pfiff haben", sagte er. "Hier verdankt er sich dem Wachtelei. [...] Und unbedingt gehört ein Bier dazu. Ein frisch gezapftes, dunkles Bier."

04.07.2011

Rezension zu "Vilm - Der Regenplanet" von Kartsen Kruschel

Karsten Kruschel - Vilm - Der Regenplanet 


Eigentlich hatten sich die Siedler an Bord der VILM VAN DER OOSTERBRIJK das ganz anders vorgestellt. Doch anstatt sie wohlbehalten zu einer entfernten Kolonialwelt zu bringen, war der Weltenkreuzer auf einen namenlosen Planeten gekracht, auf dem es nur eines im Überfluss zu geben schien: Regen. Die wenigen Überlebenden improvisieren zwischen Schrott und Schlamm eine Zivilisation, der nicht nur Kaffee fehlt.
Der Regenplanet scheint nur auf sie gewartet zu haben - allerdings nicht, um sich erobern zu lassen.

Vilm Band 1 und Band 2 wurden mit dem Deutschen Science Fiction Preis 2010 ausgezeichnet.

Regen, Regen, nichts als Regen...


Der Weltenkreuzer Vilm van der Oosterbrijk ist unterwegs einen neuen Planeten zu besiedeln. Die Chance bekommen die Siedler dann auch, aber nicht wie vorgesehen auf dem angepeilten Planeten, sondern der Weltenkreuzer stürzt auf einem Planeten ab, auf dem es immerzu regnet. Dort müssen sich die Siedler so gut es geht einrichten.

Das Buch ist spotlightmäßig aufgebaut. Es springt pro Kapitel von Person(en) zu Person(en), deren aktuelle Situation genauer beleuchtet wird. Mit unter vergehen zwischen den Kapiteln schon mal mehrere Jahre.

Mit seinen knapp über 200 Seiten ist es nicht gerade dick und die Kapitel sind relativ kurz. Warum nicht gleich Teil 1 und 2 in einem Band herausgekommen sind, ist mir unverständlich... Andererseits kann so der Verlag gleich zweimal 12,95€ einstreichen -.-

Auf dem Einband steht: "Ausgezeichnet mit dem deutschen Science Fiction Preis 2010". Hm...naja, da kommen mir so Gedanken wie: vielleicht in Ermangelung weiterer Bewerber???

Man kann es lesen, es hat auch die ein oder andere gute Sci-Fi Idee umgesetzt, aber vom Hocker hat es mich nicht gerissen. Mich hat es z.B. gestört, dass die Geschichte recht oberflächlich war. Andere sehen vielleicht in dem fehlenden Tiefgang gerade den Reiz, aber mir hat was gefehlt.
Allerdings werde ich Teil 2 "Vilm - Die Eingeborenen" noch lesen, um zu wissen wie es weitergeht.

 

29.06.2011

Kommentar zu "Black Rain" von Graham Brown

Graham Brown - Black Rain 


Ungekürzte Lesung € 24,95 [D]
Gesprochen von Florian Halm
ISBN: 978-3-8371-1017-3
Erscheinungstermin: 23. Mai 2011
Es regnete Tag und Nacht und die Erde wurde schwarz ...

Eine junge Wissenschaftlerin entdeckt in einer uralten Maya-Pyramide eine längst vergessene Technologie. Doch als sie erkennt, dass die Ruine von Kreaturen bewacht wird, die der Menschheit keine Zukunft gönnen, ist es beinahe zu spät!


Ich habe das ungekürzte Hörbuch gehört. Allerdings hatte ich eher das Gefühl in einen billigen B-Movie geraten zu sein.
An sich ist die Story nicht schlecht, aber es hat einfach zu wenig Tiefgang. Die Charaktere bleiben farblos, mir war sogar egal ob nun einer der Protagonisten stirbt oder nicht. Gerade den Anfang fand ich noch recht interessant, doch dann fing das Geballere an. Bäm baller bum - nachladen - *gähn* Irgendwann wurde mir so langweilig, dass ich mich quälen musste es weiter zu hören und kurz vorm Schluss habe ich abgebrochen.
Es war nicht schlecht, aber auch nicht gut - es war mir egal. Und dafür war mir im Endeffekt die Zeit zu schade. Übrigens, der Sprecher war auch nur mittelmäßig.

  

21.06.2011

Rezension zu "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley

Aldous Huxley - Schöne neue Welt 

Schöne neue Welt?

Die Sprache des Buches ist, um es mal mit dem passenden Wort auszudrücken - absonderbar, aber es ist nunmal auch schon rund 80 Jahre alt. Dennoch kann ich nur jedem empfehlen es zu lesen oder zu hören.
Huxley hat in seinem Buch eine Utopie geschaffen, die mich das ein oder andere mal schaudern lies und sehr zum Nachdenken anregte.
Der Wilde war mir persönlich zu pathetisch, aber anererseits musste er wohl so dargestellt werden, um als Gegenpart der Gesellschaft zu fungieren.

Die Stimme des Hörbuchsprechers Hans Eckardt wirkt auch ein wenig antiquiert, passt aber gerade deswegen sehr gut.

Wie lange wohl dieses Buch noch ein Science Fiction bleibt?
Wie viel davon hat uns schon eingeholt...?



13.04.2011

Kommentar zu "Die Arena" von Stephen King

Stephen King - Die Arena 


ISBN: 978-3-453-26628-5
€ 26,95 [D]
| € 27,80 [A]
Erscheinungstermin:
16. November 2009
Wenn kein Gesetz mehr gilt, zählt nur der Kampf ums nackte Überleben ... 
An einem ganz normalen schönen Herbsttag wird die Stadt Chester’s Mill plötzlich auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Flugzeuge zerschellen daran und fallen als brennende Trümmer vom Himmel, einem Gärtner wird beim Herabsausen "der Kuppel" die Hand abgehauen, Tiere werden zweigeteilt, Menschen, die gerade in Nachbarorten unterwegs sind, werden von ihren Familien getrennt, und Autos explodieren, wenn sie auf die mysteriöse Barriere prallen. Es ist allen ein Rätsel, worum es sich bei dieser unsichtbaren Wand handelt, wo sie herkommt und wann – falls überhaupt – sie wieder verschwindet. Es gibt kein Entrinnen – und je mehr die Vorräte zur Neige gehen, desto stärker tobt der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena ...

Wow! Auf keiner der immerhin 1277 Seiten kam bei mir Langweile auf. Im Gegenteil. Habe mich immer gut unterhalten gefühlt. Die Thematik wurde vom Autor sehr gut umgesetzt und regt zum Nachdenken an. Zum einen, wenn es um die Umstände der Kuppel geht und zum anderen, wie sich die Menschen unter der Kuppel verändern.
Absolut empfehlenswert.

   

15.03.2011

Rezension zu "Schwarzfall" von Peter Schwindt

Peter Schwindt - Schwarzfall


ISBN: 9783492258166
€ 8,95 [D], € 9,20 [A]
288 Seiten
Erschienen: April 2010
Die letzten Tage von Frankfurt.


Ein kurzes Flackern kündigt die Katastrophe an: Plötzlich geht gar nichts mehr – weder Licht noch Telefon, weder Kühlschränke noch Klimaanlagen. Weder Bankautomaten noch Fahrstühle, weder Benzinpumpen noch Straßenbeleuchtung oder Ampeln. Die ersten Versorgungsengpässe sind eine Frage von Stunden – und in den Vorstädten brechen plötzlich Unruhen aus.

Interessante Idee - mittelmäßig umgesetzt


Auf Grund einer extremen Trockenperiode bricht in Deutschland und den angrenzenden Gebieten das Stromnetz zusammen. Die Geschehnisse im Buch beschreiben nun den Umgang mit dem Verlust an Strom und all seinen Konsequenzen, anhand einiger Familien aus Frankfurt am Main. Der Autor bediehnt sich dabei der gängigen Gesellschaftsschichtenklischees.

Das Buch liest sich flüssig und schnell. Allerdings war mir die Handlung deutlich zu flach und wirkte zu konstruiert. Die Geschehnisse haben mich komischerweise völlig unberührt gelassen.
Die Einbettung in den Frankfurter Raum war zwar mal was anderes, aber auch hier hatte ich das Gefühl, der Autor wolle ein zuvor festgelegtes Repertoire an lokalen Orten oder Dingen einbinden, was für mich eher 'gewollt' wirkte, statt selbstverständlich.
Die Idee der Story ist meines Erachtens sehr interessant, die Umsetzung allerdings mittelmäßig. Spannung kam bei mir überhaupt nicht auf und das Ende wirkte abrupt und lieblos. Das Buch hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Also wie gesagt, man kann es sehr schnell und ohne Probleme lesen. Es ist nicht langweilig - es ist schlichtweg mittelmäßig.
Meine Empfehlung lautet hierzu:
Man kann es lesen, man kann es aber auch lassen.

   

04.03.2011

Kommentar zu "Skorpion" von Richard Morgan

Richard Morgan - Skorpion


Sprecher: Simon Jäger
Spieldauer: 24Std. 46Min. (ungekürzt)
Hörbuch Audible GmbH 2009
Auf der Erde des 22. Jahrhunderts gerät die politische Lage zunehmend außer Kontrolle. Der Konflikt zwischen den Religionen droht zu einem Weltkrieg zu werden. Da fehlt es gerade noch, dass ein mit gentechnischen Mitteln erschaffener Supersoldat aus dem Gefängnis ausbricht und dem Kopfgeldjäger Carl Marsalis die Aufgabe zufällt, ihn wieder einzufangen. Denn dieser flüchtige Soldat trägt Informationen in sich, die die Zukunft der Menschheit entscheidend verändern werden.

Aus dem Englischen von Alfons Winkelmann.Copyright (c) der deutschsprachigen Ausgabe 2007 by Wilhelm Heyne Verlag, ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, MünchenCopyright (c) und (p) der deutschsprachigen Audiofassung 2009 by Audible GmbH

Ah welch ein Genuß! Gelesen von Simon "der Lesegott" Jäger ;-)
Es fing ein wenig schleppend an, entwickelte sich dann aber und rückblickend, war es genau richtig. In gewohnt sehr gutem Stil geschrieben. Sicherlich brutal, aber nicht abschreckend plump. Wie gesagt, ganz hervorragend geschrieben und wunderbar gesellschaftskritisch.
Ein Science Fiction ganz nach meinem Geschmack.

27.01.2011

Kommentar zu "Erebos" von Ursula Poznanski

Ursula Poznanski - Erebos 



© Loewe Verlag
ISBN 978-3-7855-7361-7
9,95 € (D)
10,30 € (A)
488 Seiten 1. Auflage 2011
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.

Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.

Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …

Ich habe als Leser einerseits richtiggehend den Bann des Spiels gespürt, gleichzeitig war ich regelrecht verzweifelt, wie immer mehr Leute im Buch ihm erlagen. Am liebsten wäre ich ins Buch reingehupst und hätte sie geschüttelt, damit sie wieder zur Besinnung kommen.
Hatte so einen Hauch von "Die Welle". Sehr interessant, spannend und fesselnd.

 

13.12.2010

Rezension zu "Der Sturz von Hyperion" von Dan Simmons

Dan Simmons - Der Sturz von Hyperion


ISBN: 978-3-453-21528-3
€ 15,00 [D]
| € 15,50 [A]
Erscheinungstermin:
1. August 2002
Stellvertretendes Cover für die
Teile 1-4 von Hyperion & Endymion
Sprecher: Detlef Bierstedt
(ungekürzt)
Hörbuch Audible GmbH 2008
Auf dem Planeten Hyperion herrscht das Shrike, ein rätselhaftes Wesen, halb organisch, halb mechanisch, Zugleich Inbegriff des Schmerzes und der Qual. Um ihm zu entgehen, verlassen unzählige Menschen den Planeten und suchen Schutz auf anderen Welten, im besiedelten Teil der Galaxis. Doch eine kleine Gruppe von Pilger, reist in die genau entgegengesetzte Richtung, nach Hyperion, in das Tal der Zeitgräber, wo sie auf das Shrike treffen - und wo sich die Zukunft der menschlichen Zivilisation entscheiden wird...



Der zweite Teil der "Hyperion-Gesänge"

Hier erfahren wir, wie es mit den Pilgern zum Shrike weitergeht, die in eine welten- und zeitübergreifende Inszenierung verwickelt sind, die genial, aber zu erfassen und zu verstehen nicht immer einfach ist.

Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr derart 'tiefenemotional' berührt. Das ging über Freude und Tränen bis zu Gänsehaut. Trotz der oft etwas nervigen Wiederholungen und langatmigen Passagen gerade am Anfang des Buches, in denen das politische Gerangel debattiert wird und etappenweise die Geschehnisse des ersten Buchs, teilweise mehrfach, wiedergegeben werden, ein gelungener Abschluss der Geschichte.

Gesellschaftskritisch, philosophisch und natürlich poetisch.
Absolut empfehlenswert und für Leser des ersten Teils quasi ein 'Muss'.

Ich habe das ungekürzte Hörbuch gehört, welches ganz hervorragend von Detlef Bierstedt gelesen wird.

P.S.
Simmons Lieblingswörter, die er wirklich sehr oft gebraucht, sind hier:
"kamesinrot" und "lapislazulifarbend" ;-)