Posts mit dem Label endzeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label endzeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

01.08.2013

Rezension zu "Getrieben. Durch ewige Nacht" von Veronica Rossi



ab 14 Jahren

EUR 17,95 · SFR 24,90 · EUA 18,50

ISBN-13: 978-3-7891-4621-3

Erschienen im Mai 2013 

Arias Kampf gegen Stürme, die Leben und Liebe bedrohen. 

Endlich haben Aria und Perry seinen Stamm erreicht. Doch seine Leute trauen Aria nicht. Um den Anfeindungen zu entfliehen, macht sie sich gemeinsam mit Roar auf die Suche nach der Blauen Stille, dem Ort, an dem alle Ätherstürme ruhen und der auch Perrys Stamm retten kann. Während ihrer Abwesenheit taucht Kirra, die Anführerin eines befreundeten Stammes auf. Wird Perry ihren Annäherungsversuchen widerstehen?

Der zweite Band der packenden Trilogie: über eine Liebe, die Missgunst und Todesgefahren ausgesetzt ist und trotzdem niemals aufgibt. 

Oetinger Verlag



Emotional, dramatisch, spannend... 

... diese Wörter kommen mir in den Sinn wenn ich an das Buch denke. 
Bevor ich es gelesen habe, war ich jedoch erstmal skeptisch. Band 1 hat mir sehr gut gefallen und meine Sorgen waren: kann Band 2 dieses Niveau halten und komme ich gut wieder in die Geschichte rein? Denn die hatte ich im Laufe der Zeit in ihren Einzelheiten teilweise wieder vergessen. 

Glücklicherweise waren sie umsonst. Band 2 steht dem ersten in nichts nach. Außerdem schafft es die Autorin den Leser unaufdringlich an Personen und Ereignisse aus dem vorigen Buch zu erinnern. Zwar meist kurz gehalten, aber auf den Punkt gebracht. Z.B. in Form von Erinnerungen oder Gesprächen der Protagonisten. Zu bereits Bekanntem erfährt man auch neue Dinge aus der Vergangenheit, die Personen erneut Tiefe verleiht, so dass die Bindung des Lesers zu ihnen weiter wächst. Dies gilt nicht nur für die Hauptpersonen, sondern auch für Nebencharaktere, was die Geschichte sehr lebendig wirken lässt. Roar, Liv, Cinder, nur um mal ein paar zu nennen. Man fühlt mit ihnen, leidet und lacht. 
Selbstverständlich kommen Aria und Perry darüber hinaus nicht zu kurz. Schließlich widmen sich die Kapitel im Wechsel den Beiden. 

Wer diese Art von Trilogie kennt, weiß natürlich, dass es in Band 2 ein bisschen dramatisch zugehen muss. Allerdings kommt es einem geradezu natürlich und logisch vor. Keine Spur von nervigen, in die Länge ziehenden Passagen, um das Buch zu füllen. Nein, angenehme Spannung, die mich das Buch hat vermissen lassen, wenn ich gerade nicht gelesen habe und mich beim Lesen darin hat versinken lassen. 

Auch eine weitere Eigenschaft fehlt. Ob sie nun gut oder schlecht ist, ist Geschmacksache: der fiese Cliffhanger am Schluß. 
Natürlich ist die Geschichte noch nicht zu Ende und in viele Richtungen und Handlungsstränge offen. Doch für mich ist es eher eine interessierte Spannung, da das Buch auch wiederum andere Stränge geschlossen hat. Oder etwa nur scheinbar? Nun, Lust auf Band 3 habe ich natürlich auf jeden Fall und freue mich schon sehr, hoffentlich wieder so ein angenehmes Buch wie dieses zu lesen. 

Der Schreibstil ist zwar recht einfach, doch nicht zu platt. Für Jugendliche bestens geeignet, da man hier auch einige positive Werte wie z.B. Loyalität und Liebe vermittelt bekommt. Da es jedoch nicht zu kindlich ist und die Situationen teilweise recht hart und ernst sind, ist es auch bestens für Erwachsene geeignet, mal von den anderen Aspekten abgesehen, die das Buch lesenswert machen. 

Wer ein spannende Geschichte lesen möchte, in dessen Handlungsstränge tiefe Emotionen fein verwebt sind, liegt mit diesem Fortsetzungsband genau richtig. Band 1 sollte jedoch, der Verständnis halber, vorher gelesen werden. 
Band 3 erscheint am 31.03.2014

01.03.2013

Hörbuch-Rezension zu "Feed - Viruszone" von Mira Grant


Sprecher: Tanja Geke
Spieldauer: 17 Std. 01 Min. (ungekürzt)
Audible 2012
Im Jahr 2014 geschieht das Unbegreifliche: Künstlich hergestellte Viren entweichen aus einem Labor und verbinden sich zu einem neuen Krankheitserreger, der die Toten zum Leben erweckt. Millionen Menschen sterben, als eine Flut von Zombies die ganze Welt überrennt. Zwanzig Jahre nach dem Ausbruch sind die Internetblogger Georgia und Shaun Mason auf der Suche nach den Hintergründen der Epidemie. Als Senator Peter Ryman sie bittet, ihn bei seiner Wahlkampagne zu begleiten, sagen die beiden sofort zu. Doch dann kommt es zu einem Zombie-Angriff, der eindeutig auf Sabotage zurückzuführen ist. Eine gefährliche Jagd beginnt...



Ca. 26 Jahre in der Zukunft:

Zombies bevölkern die Erde, doch das Leben geht weiter - nur anders, angepasster an die wandelnden Untoten.
Darüber berichten die zwei Geschwister Shaun und Georgia und deren Freundin Buffy auf ihrem (ihren) Blog(s).
Die neue Art der Nachrichtenübermittlung, nachdem die Leute vor lauter Angst lieber zu Hause bleiben, statt sich vom Zeitungskiosk Printmedien zu kaufen.

Das ist die Basis des Romans. Hinzu kommt darin eingebettet die Berichterstattung der drei über den Wahlkampf des Präsidentenanwärters, mit dessen Team sie durch das infizierte Amerika fahren.

Es erwarten einen durchaus brenzlige Begegnungen und Kämpfe mit Zombies, allerdings längst nicht so splattermäßig wie in manch anderem Zombieroman.
Vielmehr ist dieses Buch sehr sozial- und gesellschaftskritisch und behandelt viele Aspekte des Lebens, die auch heute (wenn auch mit anderem Hintergrund) ihre Gültigkeit haben.

Ich muss gestehen, dass ich den Anfang zwar ganz nett, jedoch nicht wirklich fesselnd fand. Ich brauchte eine Weile um mit den Charakteren der Protagonisten zurechtzukommen, da sie alle sehr speziell und mitunter schwierig sind. Aber je länger man liest bzw. hört, desto mehr taucht man in die Geschichte ein und gewinnt die Personen lieb. Jede auf seine verschrobene Art und Weise.
Hatte ich noch zu Beginn nicht unbedingt den dringenden Wunsch weiterzuhören, so änderte sich das ca. ab der Hälfte des Hörbuchs. Die Spannung steigert sich stetig und entlädt sich sehr emotional. Zumindest war das meine Reaktion am Ende.

Hier ein Tipp von mir: Lest nicht den Klappentext des zweiten Teils der Trilogie, bevor ihr den ersten zu Ende gelesen habt! Denn der spoilert enorm!

Die Sprecherin Tanja Geke liest grandios. Ich bin ja sowieso ein Fan von ihr. Sie bekommt so feine Akzentuierungen hin, so dass sie für alle Protagonisten eine andere Vorlesestimme hat. Vorlesestimme deshalb, da meist aus den Blogberichten vorgelesen wird.
Ich hatte zwar gerade am Anfang etwas Mühe mich einzufinden, da erst am Ende eines Eintrags der Verfasser genannt wird, aber mit der Zeit konnte ich es dank ihrer Betonung gut herraushören.

Fazit
Ein wunderbarer, spannender, gesellschaftskritischer Roman über das Blogger-Nachrichtengeschäft, über Politik, über ein (Über-)Leben mit Zombies. Sehr empfehlenswert, wenn man sich vorher bewusst macht, auf was man sich einlässt. Dann kann man nicht enttäuscht werden.
Für hardcore Zombie-Splatterfans ist das Buch eher nichts.


Ich freue mich sehr auf die nächsten Teile der Newsflash Trilogie: "Deadline" und "Blackout".

26.02.2013

Hörbuch- Rezension zu "Gebannt - unter fremden Himmel" von Veronica Rossi


Sprecher: Laura Maire
Spieldauer: 10 Std. 23 Min. (ungekürzt)
Oetinger Media 2012
Die siebzehnjährige Aria kommt aus einer Welt ohne Schmerz, Hunger und Leid. Perry hingegen kommt aus der Wildnis, in der nur der Stärkere überlebt. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr Leben und zwischen beiden entwickelt sich eine Liebe, die sich über alle Unterschiede hinweg setzen muss.






Sie vermeintlich sicher und keimfrei unter Kuppeln und er in der freien Natur unter einem Himmel voller Äther - so leben Aria und Perry. Zwei völlig kontrere Welten, die eigentlich kein Kontakt miteinander haben. Und doch treffen beide irgendwann aufeinander...

Wir haben es hier mit einem dystopischen Jugendbuch-Science Fiction zu tun. Die Idee mit den Kuppeln ist zwar nicht komplett neu, jedoch gut umgesetzt.

Die Protagonisten wirken sehr authentisch. Besonders gelungen finde ich deren Entwicklung im Laufe der Geschichte. Man liest nicht sofort vermeintliche Liebe und Zuneigung, sondern eher das Gegenteil ist der Fall.

Spannend, emotional und sogar überraschend kommt die Geschichte daher. Außerdem gut verständlich und trotz einiger Gewaltszenen für Teenager sowie Erwachsene geeignet.

Wie die meisten Jugenduchdystopien ist auch diese nicht abgeschlossen, sondern der Auftakt einer Trilogie.

Gesprochen wird das ungekürzte Hörbuch von Laura Maire. Ich kannte sie bis dahin noch nicht, aber sie hat die perfekte Stimme dafür! Passt perfekt zu einem Jugendbuch, da sie etwas "jünger" klingt und die Qualität ihrer Sprecherleistung ist erstklassig. Ich habe es sehr genossen zu hören und hoffe, sie spricht auch wieder Band 2.

Dieser erscheint als Buch am 01.03.2013 und heißt "Getrieben - Durch ewige Nacht".

31.01.2013

Rezension zu "Herbst - Beginn" von David Moody

David Moody - Herbst - Beginn


ISBN 978-3-9502185-7-2
312 Seiten
Copyright Otherworld Verlag
by Ueberreuter
[DE] 9,95€ | [CHF] 18,00
Binnen vierundzwanzig Stunden löscht ein rasend um sich greifender Virus beinah die gesamte Menschheit aus. Milliarden sterben. Es gibt weder Symptome noch eine Vorwarnung. Sekunden nach der Ansteckung sterben die Opfer einen qualvollen Tod. Nur eine Hand voll Überlebender bleiben übrig, die sich am Ende des ersten Tages wünschen, selbst tot zu sein. Die Verzweifelten suchen Zuflucht im Gemeinschaftshaus am Rand einer Großstadt. Da sie sich zu sehr fürchten, um sich in die verseuchte Welt hinauszuwagen, verwandelt ihre Zuflucht sich bald in ein Gefängnis. Unter dem emotionalen und physischen Druck der unerklärlichen Lage beginnt die völlig verängstigte Gruppe auseinander zu brechen. Ohne Strom, Wasser und Lebensmittel in ihrer vermeintlichen Zuflucht gefangen, vegetieren die Überlebenden nur noch von Stunde zu Stunde dahin. Dann schlägt der Virus erneut zu ... und die Hölle auf Erden hält Einzug.

Was würdest du tun, wenn um dich herum plötzlich alle sterben? 

Nur du bist noch am Leben, scheinbar alleine. Du weißt es nicht? Die paar Überlebenden der Katastrophe in Herbst - Beginn auch nicht. 
Erfasst von Grauen und Melancholie versuchen sie zu überleben. Als dann die scheinbar Toten wieder aufstehen erweist sich dieses Vorhaben als noch viel schrecklicher und gefährlicher als gedacht.

Wir begleiten eine Gruppe Überlebender ab dem Zeitpunkt zu Beginn der Katastrophe. Ab und an werden einzelne Kapitel statt in allgemeiner, in Ich-Erzählweise geschrieben, mit dem Namen der Person als Kapitelüberschrift.
Das gibt uns einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Betroffenen. Und darum geht es auch hauptsächlich in dem Buch. Um menschliche Verhaltensweisen in Extremsituationen. 
Teilweise transportiert das Buch so viel Hoffnungslosigkeit, dass ich beinahe selbst verzweifelt wäre, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist das keineswegs unrealistisch.
Dies zu lesen ist äußerst interessant. Aber natürlich war das Buch auch spannend und gruselig. Die Entwicklung der Zombies und die daraus resultierenden Folgen für die Überlebenden sind sehr anschaulich beschrieben. Das ein oder andere mal war es so knapp, das mir der Atem stockte! 

Man bekommt keine Hollywoodhelden präsentiert, die auf alles eine Lösung haben. Auch Splatterszenen wird man hier nicht finden. Das Buch ist grauenvoller, subtiler, ja man kann sagen realistischer (wenn man so etwas in Bezug auf Zombies sagen kann).

Fazit:
Ein absolut fesselndes Endzeit-Zombie-Buch. Wer lieber etwas mit Action, Gemetzel oder heroischen Protagonisten liest, sollte nicht zu dem Buch greifen. Für Endzeitbegeisterte, die sich für das Verhalten Überlebender interessieren und in das Grauen einer von Zombies bevölkerten Welt eintauchen möchten, ist dieses Buch genau das Richtige.

Es handelt sich hierbei um den ersten Band einer Tetralogie. Der nächste heißt "Herbst - Stadt".



03.10.2012

Gedankensalat: Büchertrends

Ich weiß gar nicht genau, wie ich auf den Gedanken kam, aber plötzlich schlich er sich ein: was mag wohl der neue Trend im Buchbereich werden? Welches Genre wird den Dystopien folgen?
Ich weiß es nicht... Allerdings habe ich so ein Gefühl wir steuern auf Zombies zu. Könnt ihr das bestätigen, oder ist das eher unwahrscheinlich?

Ich finde so was ja recht interessant. Nach dem Vampirboom mit einigen sehr guten und vielen schlechten Mitläufern, flaute er in Büchern mit anderen (ähnlichen) fantastischen Kreaturen ab. So was wie Engel, Gestaltwandler etc.
Und dann kam der Dystopieboom. Ok, zwar mehr Dystopien als reine postapokalyptische Endzeit, aber Zombies wären hier doch zb ein netter "Abflautrend". Obwohl sie eigentlich mehr verdient hätten.

Überschattet wird das alles von dem Jugendbuchtrend, der seit Harry Potter ungebrochen ist. Na gut, überschattet klingt jetzt etwas negativ. Ich lese sie ja auch und teilweise recht gerne, obwohl es mich manchmal schon ein wenig nervt, dass so viele wundervolle Ideen für Bücher nicht mal ohne Jugendliche umgesetzt werden. Naja, anderes Thema...

Zurück zum Topic: was wird wohl der ganz neue Trend? Kann man am Horizont schon was erahnen?
Wer sieht mehr als ich? ;) Was meint ihr könnte es werden? Manchmal bin ich so neugierig, da würde ich am liebsten in die Zukunft reisen und schauen was da hoffentlich schönes auf uns lauert. :) Da fällt mir ein: Zeitreiseromane vielleicht? *grübel*

08.06.2012

Rezension zu "Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg

Marc Elsberg - Blackout - Morgen ist es zu spät

Sprecher: Steffen Groth
Spieldauer: 22 Std. 03 Min. (ungekürzt)
Random House Audio 2012
Zuerst ging das Licht in Italien aus. Dann brechen in ganz Europa die Stromnetze zusammen, die Kraftwerke schalten sich ab. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht zu den Behörden durchzudringen - erfolglos. Als der Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen plötzlich dubiose E-Mails auf seinem Computer auf. Er gerät selbst unter Verdacht, und ihm wird klar, dass sie gegen einen ebenso verschlagenen wie unsichtbaren Gegner kämpfen. Unterdessen herrscht Finsternis in Europa, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

HÖRPROBE MARC ELSBERG - BLACKOUT VON AUDIBLE

Mein Buch des Jahres!

Was wäre wenn? Bücher die Katastrophen thematisieren und den Umgang der Menschen damit aufzeigen, haben mich schon immer fasziniert. Allerdings hatte ich bisher noch keins gelesen, welches mich vollständig zufrieden gestellt hat. Dies hat sich nun mit Blackout geändert.

Dieser Roman ist fantastisch recherchiert. Ein Jahr lang hat der Autor sich damit Zeit gelassen, um Informationen zusammenzutragen. Teilweise von Insidern verschiedener Firmen, die verständlicherweise nicht genannt werden möchten.
Und es hat sich gelohnt! Sicher ist es Fiktion, aber trotzdem so realistisch ausgearbeitet, dass einem sich die Nackenhaare aufstellen.

Der Roman zeigt ein mögliches Szenario eines lange andauernden Stromausfalls, aufgrund manipulierter Stromzählersoftware. Und zwar vordergründig in Europa, was ich sehr erfrischend fand.
Dabei fließen real existierende Behörden und deren Notfallpläne und Leitfäden für den Ernstfall mit ein. Diese PDF's habe ich mir sogar dank des Buchs im Internet auf den offiziellen Seiten heruntergeladen und durchgelesen, worauf ich sonst nie gekommen wäre!

Beim Hören des Buchs habe ich, so langweilig das auch klingen mag, sehr viel dazugelernt. Alleine wie viele alltägliche Dinge vom Strom abhängig sind, ist faszinierend und erschreckend zugleich. Ich sehe nun meine Umwelt viel bewusster und ertappe mich immer mal bei dem Gedanken: Und was machst du nun, oder bei der und der Situation wenn der Strom ausbleibt? Bei ganz banalen Dingen, die allerdings verheerende Auswirkungen haben können.
Es ist jetzt nicht so, dass der Roman Panik verbreitet, nein die Vorgehensweise ist ganz subtil. Die Erkenntnis schleicht sich in unsere Gedanken. Was jeder damit anfängt, oder wie er das Erfahrene für sich umsetzt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Das mag nun ein wenig trocken klingen, aber ist es ganz und gar nicht. Marc Elsberg hat es nämlich geschafft diese ganzen Informationen in einen spannenden, interessanten und lehrreichen Thriller zu verpacken. Eine Leistung die wie gesagt keiner der bisher von mir gelesenen Romane zu dieser Thematik geschafft hat.

Die Geschichte spielt an mehreren Schauplätzen Europas und deren jeweiligen Akteuren. Regierungen, Behörden, Firmen, Privatpersonen, die teilweise auch im Laufe des Romans zusammenfinden. Sei es persönlich oder über andere Kontaktwege. Aber auch wenn nicht, tragen sie zum Verständnis des großen Ganzen bei. Es fühlt sich beim Lesen alles stimmig und richtig integriert an.

Protagonist ist der italienische Informatiker Piero Manzano. Seine Person führt uns durch das Buch, mit Hilfe einiger Halb-Hauptcharaktere und Nebencharaktere.
Er ist zwar schon ein wenig heroisch, aber eher ungewollt, bzw. unforciert, was ihn sehr sympathisch macht.
Ich hatte z.B. nie das Gefühl in einen B-Movie geraten zu sein, wie in so manch anderem Buch. Sicherlich bleibt der ein oder andere geschickt dramatisch platzierte Moment nicht aus, aber diese wirken, wie gesagt, nie billig, sondern durchaus realistisch.
Denn seien wir mal ehrlich: man erwartet so etwas auch, sonst hätte man ja auch ein Sachbuch lesen können.
Ein Spagat, den der Autor hervorragend gemeistert hat.

Das ungekürzte Hörbuch war ein Genuss zu hören. Den Sprecher Steffen Groth kannte ich bis dato nur als deutschen Schauspieler, was mich anfangs ein wenig irritierte, da ich ihn dadurch vor mir gesehen habe. Aber das relativierte sich mit der Zeit von immerhin über 22Std.
Er liest es sehr gut, den ein oder anderen Kritikpunkt habe ich allerdings. Und zwar spricht er ab und an mit einem falschen Akzent bei Personen, die diesen eigentlich nicht haben, oder er führt ihn weiter, wenn z.B. die wörtliche Rede bereits aufgehört hat.
Allerdings empfand ich seine Arbeit dennoch als professionell und angenehm zu hören. Er hat seiner Stimme Leben eingehaucht, anstatt vorzulesen. Nur wer diese Kunst beherrscht ist in meinen Ohren tatsächlich ein Hörbuchsprecher.
Kritik muss ich diesmal auch an der Regie (nennt man das bei Hörbüchern so?) äußern. Und zwar kam es zweimal vor, dass der Sprecher im Satz einen Fehler vorliest, den Satz abbricht und von vorne beginnt. So etwas stört enorm den Hörfluss und irritiert sehr. Das wurde nicht gut geschnitten, bzw. nachbereitet.

Fazit:
Ein absolut fantastisches Buch! Für mich bisher das Highlight des Jahres. Sehr gut recherchiert und spannend ausgearbeitet.
Wie sehr unsere Gesellschaft und unser Handeln vom Strom geprägt wird, war mir in dem Ausmaß überhaupt nicht bewusst. Es regt sehr zum Nachdenken an und ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich mir während des Hörens persönliche Notfallpläne zusammenstellte.

Ich vergebe für das Buch herausragende 5 Sterne + und eine unbedingte Leseempfehlung!

17.04.2012

Rezension zu "Tagebuch der Apokalypse II" von J.L. Bourne


Sprecher: David Nathan
Spieldauer: 10 Std. 50 Min. (ungekürzt)
Audible 2012
An alle Überlebenden! Dies ist das handgeschriebene Tagebuch eines Mannes, der durch die zerstörten Städte streift - auf der Flucht vor dem Grauen, das über die Menschheit gekommen ist. Die Welt ist verwüstet, bereits seit sechs Monaten streifen die Toten durch die zerstörten Städte, um ihren grenzenlosen Hunger nach Menschenfleisch zu stillen. Eine kleine Gruppe Überlebender ist jedoch fest entschlossen, den seelenlosen Kreaturen nicht kampflos das Feld zu überlassen. Von ihrem Stützpunkt aus, einem verlassenen Bunker mitten in der texanischen Wüste, rüsten sie zum Gegenangriff und versuchen das zu retten, was von der Menschheit noch übrig ist. Aber wie lange können sie durchhalten, wenn die Apokalypse Tag für Tag aufs Neue über sie hereinbricht?

HÖRPROBE ZU TAGEBUCH DER APOKALYPSE II VON J.L. BOURNE

Ein würdiger zweiter Teil!

Nach dem hervorragenden ersten Teil, musste ich natürlich sofort die Fortsetzung "Tagebuch der Apokalypse II" hören.
Auch hier lässt uns der Ich-Erzähler an seinen Erlebnissen mittels seiner Tagebucheinträge teilhaben. Die uns das Leben in einer zombieverseuchten Welt sehr deutlich näher bringen. Das Grauen und Schrecken, die Hoffnungslosigkeit und die teilweise sehr einschneidenden Veränderungen des Alltags aber auch den Überlebenswillen der Protagonisten.

Dieser Band unterscheidet sich ein wenig von dem Vorgänger, da hier natürlich nicht mehr so sehr auf den Ausbruch der Seuche und die daher eingehenden Veränderungen eingegangen wird, sondern eher das Überleben und der Kampf gegen die Zombies im Vordergrund steht.
Hierbei spielt der Protagonist weiterhin eine tragende Rolle, wenn nicht sogar eine noch gewichtigere als in Teil I. Übrigens: seinen Namen weiß ich noch immer nicht, allerdings findet man nun immerhin seine Initialien raus. Ob sich das in Teil III noch steigern wird? Lustig fände ich es ja.

Der ganze Plot ist deutlich militärischer angehaucht und befasst viel mehr technische und taktische Abwehrmaßnahmen, als soziale Interaktionen und Emotionen. Was einerseits natürlich interessant ist andererseits war es mir teilweise an manchen Stellen etwas zu militärisch. Es wurde zum Beispiel ziemlich stark auf Waffenbeschreibungen eingegangen oder Beschreibungen anderer technischer Geräte, was zwar ok, aber im Vergleich zu Teil I, trotzdem weniger interessant und nüchterner war.

Es ist jedoch immer noch ein tolles Buch und eine gelungene Fortsetzung, die gute bis sehr gute 4 Sterne verdient hat. Mit David Nathan als Sprecher wieder ein wahrer Ohrenschmaus.

Außerdem möchte ich noch kurz anmerken, dass auch das Cover sehr gelungen ist, da es einen Bezug zum Buch hat. Haben wir im ersten Teil  noch seine kaputte Fliegerbrille auf dem Cover liegen sehen, ist nun - auch sehr  passend - seine defekte Uhr dargestellt. Das Bild transportiert die Gewalt und die Hilflosigkeit im genau richtigem Maß.

Diesmal möchte ich auch gerne noch auf den Autor eingehen. Dieser ist selbst U.S.-Marineoffizier und das merkt man auch - im positiven Sinne. Sein Wissen, wie man Menschen anführt, sowie das Wissen über die entsprechende technische Ausrüstung und taktisches Vorgehen hat er, finde ich, sehr gut in sein Buch eingewebt.

Meine Empfehlung:
Den ersten Band sollte man vorher auf jeden Fall gelesen oder gehört haben, da die Geschichte nahtlos fortgesetzt wird. Das Weiterhören lohnt sich auf jeden Fall, man wird nicht enttäuscht, sondern erfährt eine Klasse Fortsetzung.
Endzeitliebhabern lege ich beide Bücher ganz besonders als Herzen, Zombiefans natürlich auch. Aber auch für Genreneulinge, die mal reinschnuppern möchten, ist es geeignet, da es spannend ist und in keinster Weise billig wirkt.


Ich freue mich schon riesig auf Teil III, der wohl im Sommer erscheinen soll. Ich hoffe, die deutsche Übersetzung und die Vertonung lässt dann nicht allzu lange auf sich warten.

22.03.2012

Rezension zu "Tagebuch der Apokalypse" von J.L. Bourne




Sprecher: David Nathan
Spieldauer: 07 Std. 36 Min. (ungekürzt)
Audible 2011
An alle Überlebenden! Dies ist das handgeschriebene Tagebuch eines Mannes, der durch die zerstörten Städte streift - auf der Flucht vor dem Grauen, das über die Menschheit gekommen ist. Eine weltumspannende Epidemie hat den Großteil der Erdbevölkerung in blutrünstige Untote verwandelt, die - getrieben von ihrem Hunger auf Menschenfleisch - Jagd auf die wenigen Überlebenden machen. Als sämtliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie scheitern und selbst Atombomben keine effektive Lösung im Kampf gegen die Zombiehorden darstellen, verbarrikadiert sich ein kleines Grüppchen Überlebender in einem verlassenen Bunker. Obwohl hoffnungslos unterlegen, haben sie sich einem Ziel verschworen: Überleben! Doch schon bald sind die Untoten nicht mehr ihr einziges Problem...
HÖRPROBE ZU TAGEBUCH DER APOKALYPSE - J.L. BOURNE VON AUDIBLE

Wow! Was für ein mitreissendes Hörbuch!


Die lebendige Menschheit wird weitestgehend dahingerafft und verwandeln sich in untote Zombies, die nach dem Fleisch der Lebenden trachten.

Zu unserem Glück hatte der Protagonist einen Vorsatz zum neuen Jahr: Tagebuch schreiben. Dadurch haben wir nun Einblicke in eine kurze Zeit vor dem Ausbruch der Krankheit in Amerika und das Sterben und Überleben nach der Apokalypse.

Dies notiert der Protagonist, wie gesagt in Tagebuchform, nahezu täglich über Monate hinweg.
Besonders interessant hierbei sind dabei seine Fähigkeiten, als Pilot bei der US-Marine. Durch seine militärische Ausbildung hat er natürlich bessere Chancen, den Untoten zu trotzen. Was für den Leser auch einen gewissen Lernfaktor hat.

Sicherlich sind Zombies Fiction, aber der Plot wirkt so bodenständig und realistisch, dass man als Leser die Bedrohung sehr ernst nimmt.
Die Geschichte driftet nicht einmal ins billige oder trashige ab.
Zudem ist sie unglaublich spannend! Ich hätte niemals damit gerechnet, aber ich wurde von Anfang an schier mitgerissen.
Jedem neuen Eintrag habe ich aufs Neue entgegengefiebert. Denn oftmals endeten Einträge oder Tage mit Minicliffhangern.
Mit Hoffnung, Angst und quälender Ungewissheit lauschte ich auf die ersten Sätze jedes neuen Eintrags, um gleich neue Gegebenheiten oder Wendungen zu erfassen.
Ja, ich kann sagen, man lebt und leidet mit dem Protagonisten und den anderen Personen mit.

Die Stimmung des Buches ist nüchtern, der Lage entsprechend dramatisch und aber auch auf einer gewissen Art und Weise emotional, jedoch nicht übertrieben.
Es ist nicht sonderlich heroisch mit viel sinnlosem Geballer, wie in so manch schlechtem Hollywoodfilm, sondern man kann sich durchaus vorstellen, dass es genau so geschehen könnte.

Der Protagonist, von dem man übrigens nie den Namen erfährt (was mich jedoch nicht gestört hat - man erfährt ja sonst genug über ihn) ist mir sehr sympathisch. Zwar Offizier, aber dennoch menschlich. Auch die weiteren Personen der Geschichte werden teilweise näher beleuchtet. Nur die weiblichen Personen wirken für mich ein wenig zu blass, auf die hätte er ruhig noch ein wenig mehr eingehen können.

Das Buch ist der erste Teil einer Trilogie (ich weiß bislang auf jeden Fall nur von dreien) und lässt einen voller Spannung zurück. Ich war so begeistert von dem Hörbuch, dass ich es kaum erwarten kann, meinen iPod mit Teil 2 zu füttern.

Der Sprecher, David Nathan, ein Meister seines Handwerkes liest hervorragend! Er versteht es gekonnt die Stimmung des Buches  zu transportieren. Ich hatte das Buch die ganze Zeit ungelesen auf meinem SuB. Als ich dann jedoch in die Hörprobe des ungekürzten Hörbuchs reinhörte, war es um mich geschehen und ich entschied mich es zu hören, statt zu lesen. Was, wie ich denke, schon ein riesen Kompliment an den Sprecher ist.

Ein klasse Buch, welches am Ende regelrechte Entzugserscheinungen auslöst. Für mich bisher ein absolutes Highlight meiner 2012 gelesenen Bücher!

Meine Empfehlung:
Ich kann es absolut empfehlen! Für alle die gerne Zombiebücher lesen sowieso und alle Interessierten an Post-Apokalyptischen Szenarien und Überlebensstrategien, die nicht knochentrocken daherkommen, sondern spannend und realistisch in die Geschichte eingebettet sind.
Für Kinder nicht geeignet, allerdings nimmt die Gewalt keine allzu blutige Überhand, so dass ich denke, dass Jugendliche ab 16 keinen Schaden nehmen dürften.


11.11.2011

Rezension zu "Robocalypse" von Daniel H. Wilson

Daniel H. Wilson - Robocalypse 


Sprecher: Rolf Berg
Spieldauer: 12Std. 35 Min. (ungekürzt)
Lübbe Audio Hörbuch 2011
Angeführt von Archos, einer von Wissenschaftlern geschaffenen künstliche Intelligenz, beginnen die Maschinen sich gegen ihre Besitzer zu erheben. Navigationssysteme und computergesteuerte Waffensysteme werden zur tödlichen Gefahr. Aber auch unter den Menschen beginnt sich Widerstand zu formieren. Wird es den Robotern gelingen, die Menschheit in der Robocalypse auszulöschen?

Hörprobe: Daniel H. Wilson - Robocalypse auf Audible.de

Cormac Wallace Mil#GHA217

Cormac Wallace und sein Brightboy Squad entdecken kurz nach Beendigung des Krieges gegen die Maschinen, einen würfelförmigen Roboter, in dem Archos der Roboteranführer die Geschichte des Krieges anhand ausgewählter Helden dokumentiert hat. Eine Art Black Box. Cormac macht sich zur Aufgabe diese Geschichte für die Nachwelt aufzuschreiben und erzählt uns damit über den Krieg. Wie es dazu kam - von seinen Vorläufer bis hin zum Ende.
Professor: "Wir sind dafür gemacht zu leben!"
Archos: "Ihr seid nicht dafür gemacht zu Leben, sondern zu töten."
Durch die vielen verschiedenen Berichte und Mitschnitte wird es nie langweilig. Man ist praktisch wie live dabei, was mitunter sehr spannend und dramatisch sein kann.
Das ganze ist folgendermaßen aufgebaut: Cormac Wallace gibt vor und nach den Berichten Kommentare ab und dazwischen erfolgt, teilweise in Ich-Erzählweise, die Erzählung der Aufzeichnungen.
Erst dachte ich es sei eine Aneinanderreihung verschiedener Berichte unterschiedlicher Helden. Doch nach und nach traf man in der Dokumentation alte Helden wieder. Immer zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Dies ergibt einen roten Faden und verbindet die vielen Einzelberichte zu einem großen fortlaufenden Ganzen. Man freut sich von alten Bekannten zu hören und deren Schicksal zu sehen.
Da hätten wir, nur um mal ein paar zu nennen: Cormac Wallace und sein Bruder, der bei der Nationalgarde ist, einen indianischstämmigen Polizisten, einen alten japanischen Techniker, einen jugendlichen Computerfreak, eine Mutter mit zwei Kindern und viele mehr.

Die Schrittweise Lebendigwerdung der Roboter löst beklemmende Gefühle aus und ich muss gestehen, ich betrachte die Geräte in meiner Umgebung nun deutlich skeptischer. Zwar spielt das Buch in unserer Zukunft, in der viel mehr Robotertechnik als heutzutage verwendet wird und noch mehr vernetzt ist, aber wir sind auf dem Weg dahin. Von daher ist das meiner Meinung nach nicht wirklich unrealistisch. Und eben dies macht das gruselige Gänsehautfeeling aus.

Sicher ist die Story "Roboter oder Maschinen übernehmen die Kontrolle" im Grunde nichts neues, was mir aber nichts ausgemacht hat, da die Umsetzung originell und fesselnd war. Gerade zum Ende hin steigerte sich die Spannung noch.
Man sollte dich aber im klaren sein, dass es schon einen typisch amerikanisch heroischen Touch hat. Obwohl die Schauplätze weltweit verteilt sind. Alaska, USA, London, Afghanistan usw.. Ich könnte mir das Buch auf jeden Fall auch gut verfilmt vorstellen. Ob Hollywood wohl schon angefragt hat?

Das einzige was mich zu Anfang inhaltlich gestört hat, war die dauernde Wiederholung von Cormacs Milnumber. Allerdings hat sich das im Laufe des Hörbuchs relativiert und ich habe mich daran gewöhnt. Wenn man das Buch liest, wird man das wohl eher überfliegen.

Teilweise hätte ich mir am Ende noch mehr Bezug zu einigen Helden gewünscht, deren weiteres Schicksal mich interessiert hätte.

Die Stimme des Sprechers Rolf Berg ist tief und angenehm. Er betont gut und dem Text entsprechend. Die Stimmen der verschiedenen Personen interpretiert er sehr gut und weiß sie so umzusetzen, dass man teilweise das Gefühl hat man schaut hörenderweise einen Hollywoodfilm. Wirklich sehr beeindruckend.

Was mich bei der Hörbuchumsetzung jedoch gestört hat, war die Musik am Anfang oder Ende eines Teilstücks. Sie war zwar passend dramatisch, ging allerdings teilweise zu lange und in den gesprochenen Text mit rein, war zu laut und generell unnötig. Aber ich mag sowieso bei Hörbüchern keine Musik. 

Meine Empfehlung:
Ein Buch mit einem gewissen 'Was wäre wenn? Endzeitcharakter. Für Science Fiction Fans auf jeden Fall, aber auch für alle anderen, denen so ein Thema zusagt, absolut empfehlenswert!



29.09.2011

Rezension zu "Black Monday" von R. Scott Reiss

R. Scott Reiss - Black Monday 



Schade...

... die Idee der Story (Bakterien machen unser Öl unbrauchbar) wäre an sich wirklich interessant, die Umsetzung ist allerdings total platt. Man hätte so viel daraus machen können!
    
Die plumpe Aneinanderreihung von Sätzen, ist wahrlich keine Meisterleistung der Schreibkunst und hinterlässt bei mir den Eindruck in einen billigen B-Movie geraten zu sein. Ein schönes Beispiel hierzu, sind Satzanfänge, bzw. die Einleitung zu wörtlicher Rede mit den Worten:
Er denkt: "..."; Er sagt: "..."
Auch folgende Passage hat mir, wie so viele, ein Stöhnen entlockt:
"Ob der ehemalige Bettlerjunge die Worte aufsagen möchte?" Der ehemalige Bettlerjunge kämpft mit seinen Tränen.
 
Die Charaktere sind zu flach und extrem amerikanisch-klischeehaft. Auch bei diversen Dialogen sprang einen das Klischee förmlich an.
Es ist nicht so, dass ich gar keine typischen Sachverhalte vertrage, ganz im Gegenteil, auch die haben ihren Reiz, aber bei Black Monday wirken sie leider einfach nur billig.

18.09.2011

Kommentar zu "Der Übergang" von Justin Cronin

Justin Cronin - Der Übergang 


ISBN: 978-3-442-31170-5
€ 22,95 [D]
| € 23,60 [A]
Erscheinungstermin:

9. August 2010
Die Welt, wie Sie sie kennen, wird es nicht mehr geben!

Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde – das Mädchen, das plötzlich auftauchte, die Erste und Letzte und Einzige, die tausend Jahre lebte – war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.

Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Fast 1,2kg, über 1000 Seiten, ein absolut gelungenes Cover und das beste: der Inhalt ist grandios! Ich liebe dieses Buch. Endlich mal wieder ein guter Endzeitroman.
Auf keiner der vielen Seiten wurde mir langweilig, im Gegenteil, es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die immer mal wechselnden Erzählweisen wirken erfrischend.
Die Charaktere werden gut ausgearbeitet und man fühlt und leidet mit ihnen. Der Schrecken und die teilweise Trostlosigkeit, aber auch die Hoffnung, die die Überlebenden empfinden, überträgt sich auf den Leser.
Die 2 Nachfolgebände erscheinen wohl 2012 und 2014. Ich erwarte sie schon ungeduldig!
100%ige Leseempfehlung!

   

15.03.2011

Rezension zu "Schwarzfall" von Peter Schwindt

Peter Schwindt - Schwarzfall


ISBN: 9783492258166
€ 8,95 [D], € 9,20 [A]
288 Seiten
Erschienen: April 2010
Die letzten Tage von Frankfurt.


Ein kurzes Flackern kündigt die Katastrophe an: Plötzlich geht gar nichts mehr – weder Licht noch Telefon, weder Kühlschränke noch Klimaanlagen. Weder Bankautomaten noch Fahrstühle, weder Benzinpumpen noch Straßenbeleuchtung oder Ampeln. Die ersten Versorgungsengpässe sind eine Frage von Stunden – und in den Vorstädten brechen plötzlich Unruhen aus.

Interessante Idee - mittelmäßig umgesetzt


Auf Grund einer extremen Trockenperiode bricht in Deutschland und den angrenzenden Gebieten das Stromnetz zusammen. Die Geschehnisse im Buch beschreiben nun den Umgang mit dem Verlust an Strom und all seinen Konsequenzen, anhand einiger Familien aus Frankfurt am Main. Der Autor bediehnt sich dabei der gängigen Gesellschaftsschichtenklischees.

Das Buch liest sich flüssig und schnell. Allerdings war mir die Handlung deutlich zu flach und wirkte zu konstruiert. Die Geschehnisse haben mich komischerweise völlig unberührt gelassen.
Die Einbettung in den Frankfurter Raum war zwar mal was anderes, aber auch hier hatte ich das Gefühl, der Autor wolle ein zuvor festgelegtes Repertoire an lokalen Orten oder Dingen einbinden, was für mich eher 'gewollt' wirkte, statt selbstverständlich.
Die Idee der Story ist meines Erachtens sehr interessant, die Umsetzung allerdings mittelmäßig. Spannung kam bei mir überhaupt nicht auf und das Ende wirkte abrupt und lieblos. Das Buch hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Also wie gesagt, man kann es sehr schnell und ohne Probleme lesen. Es ist nicht langweilig - es ist schlichtweg mittelmäßig.
Meine Empfehlung lautet hierzu:
Man kann es lesen, man kann es aber auch lassen.

   

08.09.2010

Rezension zu "Luzifers Hammer" von Larry Niven & Jerry Pournelle

Larry Niven & Jerry Pournelle - Luzifers Hammer 


Luzifers Hammer ist ein klassisches Endzeit - Science Fiction Buch

Es geht darum, dass ein Komet die Erde trifft. Aufgebaut ist das Buch in 3 Abschnitte:

1. Vor dem Kometeneinschlag
2. Der Kometeneinschlag
3. Nach dem Kometeneinschlag

Man wird anhand mehrerer Storylines und Figuren durch die Geschichte geführt, die im Endeffekt miteinander verwoben werden.

Dem Leser wird hier einen guter Einblick in menschlichen Verhaltensweisen in Ausnahmesituationen gewährt.
Die Stimmung des Buches ist düster, jedoch nicht hoffnungslos.
Einige Abschnitte sind interessant, andere wiederum spannend. Bei mir kam zu keiner Zeit Langweile auf.

Nun noch ein Kritikpunkt: die Übersetzung ist schlicht und ergreifend GRAUENHAFT. Ich habe noch nie ein Buch gelesen was so furchtbar schlecht übersetzt wurde, mit teilweise massiven Fehlern (Namensverwechslungen etc.) und zwar das ganze Buch über. Am Anfang wollte ich es sogar schon weglegen, weil ich mich so darüber aufgeregt habe, aber die Story hatte mich leider schon gepackt und so musste ich weiterlesen - jedoch nicht ohne den ein oder anderen Fluch auf den Lippen...

Auch die Sprache ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, ob in den 70er Jahren (aus der Zeit stammt das Buch) solch merkwürdige Ausdrücke benutzt wurden, die mir heute nichts mehr sagen, oder ob sich der "Übersetzter" grml einfach mit einem Englisch-Deutsch Wörterbuch hingesetzt hat und immer das schönste Wort von mehreren ausgesucht hat, welches aber leider nicht in den Kontext passte.

Wenn man von den Übersetzungsmängeln einmal absieht, ist "Luzifers Hammer" ein sehr zu empfehlendes Buch, wenn man gerne Endzeit-Science Fiction mag.

02.12.2009

Kommentar zu "Todesregen" von Dean Koontz

Dean Koontz - Todesregen



ISBN: 978-3-453-43336-6
€ 8,95 [D]
| € 9,20 [A]
Erscheinungstermin:
1. Juli 2008
Die Nacht, in der die Welt unterging ...

Es beginnt mit endlosem Regen. Dann fällt der Fernseher aus, das Telefon, das Internet, schließlich der Strom. Und dann verschwinden Leute. Zu Tausenden und Abertausenden. Hat eine fremde Macht die Erde übernommen?

Als Molly und Neil vom dauernden Trommeln des Regens aufwachen, ist die Welt nicht mehr wie zuvor. Von überall werden mysteriöse Wetterphänomene gemeldet, dann brechen sämtliche Kommunikationsnetze zusammen. Als auch noch der Strom ausfällt, machen sich Molly und Neil auf den Weg in die Stadt, um ein klareres Bild von der Katastrophe zu bekommen. Geisterhafter Nebel erfüllt die Straßen, es flackern merkwürdige Lichtzeichen, und durch die Stille dringen grausige Schreckensrufe. Eine unendlich böse und den Menschen weit überlegene Macht bedrängt die Erde und beginnt einen grässlichen Vernichtungsfeldzug, dem alles Lebende zum Opfer fällt. Verzweifelt schließen Molly und Neil sich auf der Suche nach einem Ausweg mit anderen Flüchtigen zusammen. Doch wo kann Rettung zu finden sein, wenn das Böse überall lauert?

Irgendwie war die Story mir "too much". Ich fühlte mich während des lesens in einem wabernd-schillerndem Albtraum gefangen... Und das Ende hat leider gar nicht dazu gepasst.