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12.01.2016

Kinderbuchrezension zu "Kurz und Klein" von Christian Tielmann

http://ofv.ch/kinderbuch/detail/kurz-und--klein/101412/


Was nicht passt, wird passend gemacht!


Nach dem Motto arbeiten die zwei Handwerker, der kurze Herr Klein und der dicke Herr Kurz. Kein Auftrag ist zu schwer, nichts ist unmöglich. Aus alten scheinbar unnützen oder kaputten Dingen zaubern sie tolle Lösungen für die Probleme ihrer Kunden.

Vorweg muss ich sagen, dass meine Tochter (7) und ich begeistert sind von dem Buch!
Da sie Erstleserin ist, lese ich es ihr vor. Das erfordert zwar ziemliche Konzentration meinerseits, da oft ähnlich klingende Worte beisammen verwendet werden, aber es lohnt sich, den das macht das Buch aus. Die Geschichten sprühen nur so von Wortwitz, dass es eine Freude ist die Sätze zu lesen. Jeden Satz aufs neue warte ich schon auf tolle Wortspielereien, wodurch der Anreiz des Weiterlesens immer wieder gegeben ist.
Wenn einem dann doch mal die Stimme versagt, kann man ganz bequem am Ende der 10 Geschichten des Buchs aufhören. Das ist gerade als Gute-Nacht-Lektüre sehr praktisch. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen und thematisiert ein Auftrag für die Handwerker.
Und die sind nicht nur witzig, sondern die Lösungen von Kurz & Klein geradezu genial. Mit Spannung wartet man auf deren Geistesblitz und die Umsetzung. Dabei gehört natürlich eine große Portion Fantasie dazu. Im Grunde ist es so, wie Kinder die Welt sehen und wie sie sich vorstellen könnten gewisse Dinge in Angriff zu nehmen. Der Autor hat es fantastisch geschafft dies umzusetzen.

Die Dicke des Buchs erschlägt einen nicht, trotzdem sind viele Geschichten enthalten, die, aufgrund deren Kürze von ein paar Seiten, prima auch von Kindern im fortgeschrittenen Leseanfangsalter gelesen werden können. Die Schrift ist nicht so groß, wie bei den klassischen Erstleserbüchern, aber auch nicht klein, außerdem oftmals durch Bilder aufgelockert.
Die Illustrationen auf dem Cover und im Buch sind wundervoll! Der Stil hat uns sehr gut gefallen. Schön bunt, detailverliebt, so dass das Vorgelesene dadurch lebendig wird. Mal wird nur ein kleines Bild von Text umspült, mal eine ganze Seite. Es macht schon Spaß einfach nur darin zu blättern.

Übrigens, erst hatte ich ein wenig bedenken, ob Handwerker so spannend für ein Mädchen sein würden, aber die waren schon nach der ersten Geschichte zerstreut. Ich zitiere jetzt mal meine Tochter: "Boah war das cooool! Noch eine Geschichte!" Und darin sind wir uns auch noch am Ende des Buchs einig: Wir wollen unbedingt noch mehr von Kurz & Klein lesen und hoffen auf eine Fortsetzung.

Fazit
Ein witziges, geniales Kinderbuch ab dem Grundschulalter für Jungen und Mädchen. Wir erteilen für die 10 wundervollen Handwerker-/ Erfindergeschichten begeisterte 5 von 5 Sterne.

05.01.2016

Kinderbuchrezension zu "Mucker und Rosine" von Kristina Andres

09.11.2015

Kinderbuchrezension: Die Abenteuer des kleinen Habi von Stephan Schwarz

Ein kleines Weihnachtsrentier auf Reisen
 
Das klingt doch erstmal nach Abenteuern und einer Menge Spaß. Den hat vielleicht unser kleiner Protagonist Habi und sein froschiger Freund Freddy auf ihrer Heimreise zum Nordpol, ich als Vorleser weniger.
Die Idee der Geschichte ist schön, die Umsetzung jedoch nicht. Die Sätze sind teilweise ewig lang und verschachtelt. Durch Einschübe, in denen Begriffe oder Sachverhalte erklärt werden, wird der Lesefluss gestört. Der Spagat zwischen Fantasygeschichte und Wissensbuch ist hier nicht gelungen. Ich denke es ist gut angedacht, den Kindern während der Reise der beiden auch gleich gewisse Dinge zu erläutern, aber es ist zu viel und auch oft nicht kindgerecht.
Ich habe den Eindruck, dass der Autor sich einige Punkte überlegt hat, die er gerne vermitteln möchte, um die er dann die Abenteuergeschichte gesponnen hat, nicht anders herum.
 
Meine 7 jährige Tochter hat nicht immer alles verstanden, obwohl sie ja zur Zielgruppe gehört. Für sie war nur die Hauptgeschichte wichtig. Und die hat ihr gut gefallen.
Da sie noch nicht selbst lesen kann, habe ich es ihr, wie gesagt, vorgelesen. Aber auch wenn sie es schon könnte, für Erstleser ist dieses Buch ungeeignet. Zu viel Text, teilweise merkwürdig formuliert und Rechtschreibfehler ohne Ende...
Oft wurden z.B. nachfolgende Sätze mit dem selben Wort begonnen. Da stellen sich mir schon die Nackenhaare auf. Generell war der Schreibstil für mein Empfinden nichts Besonderes.
Die erste Auflage, die wir gelesen haben wurde auch gar nicht erst in den Handel gebracht, aufgrund der vielen Fehler. Das ist eine sehr weise Entscheidung, ich war entsetzt beim Lesen! In wie weit die in der nachfolgenden Auflage dann ausgemerzt sind, kann ich nicht beurteilen.
Was mir auch unangenehm aufgefallen ist, ist der wiederholte Konsum von Alkohol. Giftpilze runden die Drogenerfahrung ab. Wahrscheinlich bin ich da zu spießig, aber das hat in einem Kinderbuch meiner Meinung nach nichts zu suchen. Genauso wie die teils vorhandene derbe Sprache.
 
Das Cover ist zuckersüß, ganz goldig illustriert. Um so enttäuschter war ich, als ich die Bilder im Inneren erblickte. Die sind nicht vom selben Künstler, sondern vom Autor höchstpersönlich. Meiner Tochter gefallen sie. Sie findet sie schön bunt. Ihrer Meinung nach hat ein Kind die Bilder mit Wasserfarben gemalt. Die Vorstellung hat ihr gefallen, darum habe sie mal in dem Glauben gelassen.
 
Aber Kunst liegt ja im Auge des Betrachters. Seien es nun die Illustrationen oder der Text, beides war überhaupt nicht meins. Von mir hätte es demnach nur 2 Sterne gegeben.
Meine Tochter vergibt 4 von 5 Sternen. Und da es sich hier um ein gemeinsames Leseprojekt von uns beiden handelt, vergeben wir nun 3 von 5 Sternen.
 
Abschließend noch etwas zur Zielgruppe: Die ist angegeben von 5 - 12 Jahren. Diese doch sehr grobe Einordnung finde ich sehr schwierig. Vielleicht wird das so empfohlen, weil für jedes Alter etwas dabei ist. Nur da liegt auch wieder eine gewisse Schwierigkeit. Denn Inhalte die von 12 aufwärts ok sind, sind für 5 jährige noch vollkommen unverständlich. Sicher überhören Kinder dann oft einfach Abschnitte, die sie nicht verstehen oder interessieren (so war es z.B. auch bei meiner Tochter), aber das ist ja nicht Sinn der Sache und zieht die Geschichte unnötig in die Länge.
Eine konsequentere Ausrichtung des Buchs auf eine kleine Altersspanne, wie hoch oder niedrig auch immer, hätte dem Werk denke ich sehr gut getan.
 
Fazit:
Für die langatmig umgesetzte, wenn auch niedliche Geschichte, stilistisch zum Haare raufen und mit verfehlter Zielgruppe gibt es von mir keine Leseempfehlung, von meiner Tochter schon.
 

13.08.2015

Gedankensalat: Sorgenfresser zum Schulanfang

Im September ist es bei uns in Hessen mal wieder so weit, viele viele Kinder werden in die erste Klasse eingeschult. Ich weiß nicht, ob ihr auch Kinder habt, die dieses Jahr eingeschult werden, bei meiner großen Tochter ist es auf jeden Fall soweit.
Viel geht einem als Mama oder Papa da natürlich durch den Kopf. Unter anderem auch so ganz banale Sachen wie: Was mache ich blos in die Schultüte?
Auf der Suche nach passenden Dingen bin ich über die Sorgenfresser gestolpert. Es gibt diese Plüsch-Sorgenmampfer ja schon länger, nur irgendwie habe ich nie so richtig den Bedarf gehabt eins zu kaufen. Mal abgesehen von den Preisen. Naja, wie heißt es so schön: Alles zu seiner Zeit. Plötzlich viel es mir wie Schuppen von den Augen - diese Reißverschlussmonster sind ja doch gar nicht so sinnlos!
Meine Tochter plagen mit 7 Jahren einige Ängste. Nachts im Dunkeln, neue Situationen und fremde Menschen. Um nun zu testen, wie sie auf das Konzept mit den Sorgenfressern anspringt, bzw. ob überhaupt, habe ich kurzerhand ein Buch dazu gekauft.
Sorgenfresser: Das große Geschichtenbuch von Gerd Hahns

Und siehe da, sie war begeistert! "Das brauche ich unbedingt Mama! Sind dann meine Alpträume und Ängste wirklich weg?" Daraufhin habe ich ihr ehrlich erklärt, dass die natürlich nicht zaubern können, aber dass es gut tut wenn die Monsterchen sie 'fressen', dann sind sie nur noch halb so schlimm. Das war ok für sie.

Ich meine, ich kann ihr ja mit 7 Jahren nichts mehr aufs Öhrchen erzählen. ;)
Im stillen habe ich die Marketingabteilung von Schmid Spiele beglückwünscht. Da haben sie ganz geschickt einen großen Wurf gelandet.
 
Aber zurück zum Buch. Wenn ihr gerne meine Rezension dazu lesen möchtet: Comming soon™

Gerne hätte ich noch mehr Bücher von den bunten Fresserchen gekauft, wirklich viele gibt es jedoch nicht. Nur noch ein paar Geschichten mit Flint, eine mit Flamm, glaube noch 2 oder 3 andere Charakter. Mehr habe ich auf jeden Fall nicht gefunden. Außerdem jede Menge Merchandising. Malbücher, Freundebücher usw.
 

(A propos Flamm: Dieses süße dickliche Flammenmonster hab ich meiner dreijährigen Tochter gekauft. Die steht ganz mädchenuntypisch auf Dinos, Drachen und Monster. Sie fand ihn gut, versteht aber noch nicht den Sinn dahinter. Dafür frisst er wunderbar Duplosteine oder andere Dinge aus dem Kinderzimmer. Muss man weniger aufräumen ;P)

Meine Große möchte nun gerne Wanda haben. Das Teil mit der 'Nach Hause telefonieren' Antenne auf dem Kopf. Die darf es sich dann in der Schultüte bequem machen, um ihr die Angst vor der neuen Situation zu nehmen. Oder sagen wir mal zu lindern. Hoffentlich... Ich hoffe nur, dass die kleine Vielfraß-Wanda nicht auf die Idee kommt, sich an den Knabbereien in der Tüte zu vergreifen! :)
 
 
 
 
 
 
Passend dazu habe ich, während ich auf der Suche nach der günstigsten Wanda das Internet durchpflügt habe, folgendes Buch gefunden:
Mein erstes Schuljahr von Gerd Hahn

Das finde ich sehr passend für die Schultüte. Ist ein Eintragbuch. Eine Mischung aus Tagebuch, Freundebuch und Fotoalbum zum ersten Schuljahr.
Auch dazu werde ich eine Rezension verfassen: Comming soon™
Ob es meiner Tochter genausogut gefällt wie mir, wird sich im September zeigen, aber da sie gerne kreativ ist, gehe ich mal davon aus.
 
Früher fand ich die Teile gar nicht sooo prickelnd. Als Eltern hat man sowieso schon Berge an Kuscheltieren zu Hause, aber erstens kommt es anders... Das ich mich selbst mal so damit hypen würde, hätte ich nie gedacht! Manchmal muss ich mich über mich selbst wundern. ;) Aber so ist das Leben. Alles andere wäre Langweilig.
Allerdings muss ich sagen, würden sie mir noch besser gefallen, wenn der Stoff noch kuscheliger wäre. So wie z.B. bei den Nici Sachen. Er fühlt sich zwar schon weich an, aber auch ein wenig 'unecht'. Bisschen plastikmäßig. Schwierig zu beschreiben. Aber auch nicht dramatisch.
Außerdem hätte ich gerne die Mundtasche, also quasi das Maul innen noch tiefer. Es geht nicht über die ganze Puppi. Für Zettel reicht es, eine Erwachsenenfaust geht auch rein. Aber warum nicht das gesammte Längenpotential ausschöpfen? Für z.B. noch mehr Duplosteine ;)
 
So, und wer frisst nun meine Sorgen? Muss ich mir wohl die Teile von meinen Kindern leihen. Flint den Pirat finde ich ja noch süß. Vielleicht in klein für meinen Sohn...? *pfeif*


Ich bin ja neugierig, an alle Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter: Was macht ihr denn in die Schultüte bzw. habt ihr gemacht?

30.11.2013

Kinderbuchrezension zu "Die Prinzessin und die Erbsen"


Autor: Caryl Hart
Ab 3 Jahren
ISBN 978-3-468-21023-5
32 Seiten, 12,99€

Wer hätte das gedacht? Lily Rose ist eine echte Prinzessin! Das erkennt der Doktor sofort, weil sie Erbsen nicht mag. Also packt Lily ihren Koffer und zieht ins Schloss. Aber ist das Prinzessinnenleben wirklich so toll? Ein Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren.


    Erbsen - würg! Doch es kam noch schlimmer...

    Und hier haben wir auch schon die Moral der Geschichte: manche Sachen sind eklig, nicht aushaltbar und auf keinen Fall essbar. Doch ist die Alternative denn immer so viel besser? 
    Ihr ahnt es bereits. Die Antwort findet ihr in diesem rosa Buch.

    Rosa? Extrem rosa! Meine Tochter hat nur beim Anblick des Covers schon leuchtende Augen bekommen. Die Illustrationen sind in meinen Augen wunderschön und herrlich detailreich. Selbst bevor ihr jemand ihr die Geschichte zum ersten mal vorlas, stöberte meine Tochter schon sehr lange in dem Buch. Und auch danach und immer wieder gibt es viele kleine entzückende Dinge zu entdecken, die die Phantasie der Kinder anregen und sie sich dadurch weitere, ganz eigene Geschichten dazu ausdenken können.
    Klar manche witzigen Details können Kindergartenkinder noch nicht erfassen, da sie in Worten auf den Bildern geschrieben stehen, wie z.B. die teure Arztrechnung oder Papas lustige Kochschürze, um mal nur zwei zu nennen. Aber so haben auch Eltern beim durchschauen und lesen ihren Spaß an dem Kinderbuch.

    Nun, worum geht es eigentlich? Lilly-Rose verabscheut Erbsen. Die Diagnose folgt geschwind: Sie ist eine Prinzessin! Was liegt da nahe? Genau, sie muss in ein echtes Schloß ziehen. Doch zu ihrer Überraschung ist dort auch nicht alles so traumhaft, wie es scheint.

    Der Text ist in Reimform geschrieben. Dies ist für mich als Vorleser sehr angenehm zu lesen und bei den Kindern kommt es auch gut an und bleibt besser im Gedächtnis. Meine Tochter hat den Inhalt gut erfasst und es hat ihr gefallen. Zwar mag sie gerne Erbsen, aber z.B. keine Süßigkeiten, konnte sich also vorstellen, wie eklig Lilly-Rose sie findet.
    Einige Stellen kamen mir ein wenig vor wie, reim dich oder ich fress dich, aber ist natürlich auch schwierig und im Großen und Ganzen doch gelungen.

    Für 5 1/2 jährige ist das Buch, welches ab 3+ empfohlen wird, noch immer geeignet. Ob eine Dreijährige schon jedes Detail der Geschichte erfassen kann, bezweifle ich, aber die grobe Message denke ich schon. Außerdem kommt es auch immer auf das Kind an.
    Ganz bewusst habe ich Dreijährige geschrieben, denn ob dieses Buch Jungen gefällt? Die Geschichte ist natürlich universell, aber es ist wirklich seeeeehr rosa und mädchenhaft aufgebaut. Aber gut, warum nicht, schließlich sind es u.a. wir Eltern, die die Kinder in diese Klischees reindrücken. Wenn man da offen ist - warum nicht.

    Zum Schluß möchte ich noch etwas anmerken, dass mir positiv aufgefallen ist. Der erwachsene Protagonist ist der Papa! Finde ich klasse. 

    Fazit
    Dieses Buch kann ich uneingeschränkt allen kleinen Prinzessinnen und aufgeschlossenen Prinzen empfehlen. Wunderschön und detailreich illustriert ist das Buch ein wahres Highlight für das Kinderbuchregal.


    01.10.2013

    Kinderbuch-Rezension zu "Frau Schnecke sucht ein neues Haus"


    Pingpong Bilderbuch

    Langescheidt Verlag

    Geeignet für: 

    für Kinder ab 3 Jahren

    ISBN: 978-3-468-21015-0

    32 Seiten, Hardcover

    Frau Schnecke braucht dringend ein neues Haus. Ihr altes gefällt ihr einfach nicht mehr. Also begibt sie sich in die Stadt zum Schneckenhausfachgeschäft und lässt sich von der freundlichen Verkäuferin beraten. Sie probiert alle vorrätigen Häusermodelle an. Doch das Hochhaus ist ihr zu hoch und in der Sauna schwitzt sie zu sehr. Das Gewächshaus ist ihr zu durchsichtig und der Kindergarten doch sehr kunterbunt … Die Entscheidung fällt ihr wirklich nicht leicht. 



    Wunderschönes Bilderbuch!

    Wie sagte Goethe schon so schön: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah." Hätte sich das Frau Schnecke mal zu Herzen genommen. Aber dann hätten wir keine Geschichte und sie nicht die Erkenntnis, dass Altbewährtes nicht unbedingt schlecht sein muss.

    Das Objekt ihrer Begierde ist ein neues Schneckenhaus. Dafür begibt sie sich auf eine laaaange Reise zum nächsten Schneckenhaus-Fachgeschäft, in dem sie dann von der Verkäuferin jede Menge neuer Häuser präsentiert bekommt.

    Ich finde die Idee witzig und auch die Vielfalt und teilweise die Art der Häuser recht amüsant und kreativ.

    Leider wurde der lange Weg von Frau Schnecke am Ende der Geschichte gar nicht mehr aufgegriffen. Das finden wir etwas schade, denn ich denke das hätte sie noch ein wenig abgerundet. So endete sie zwar positiv, doch für mein Empfinden recht abrupt.

    Seitenzahlen hat das Bilderbuch keine, ich habe aber mal die Seiten gezählt. Nur die Geschichte kommt auf 28 Seiten. Das mag dem ein oder anderen vielleicht viel vorkommen, für ein Buch mit empfohlenem Alter von 3+, ist es aber nicht. Denn die Seiten sind komplett bebildert und der Text der sich auf jeder oder oft auch nur auf jeder zweiten Seite befindet ist sehr kurz gehalten.

    Es eignet sich demnach hervorragend als Gute-Nacht-Lektüre oder ähnlichem. Man kann das ganze Buch in einem Rutsch vorlesen, ohne dass es zu lange dauert.

    Die Aufmerksamkeit der Kinder ist nicht nur durch den gut verständlichen und humorvollen Text gegeben, sondern auch durch die Illustrationen.

    Und hier komme ich ins schwärmen. Ich bin entzückt, ja man kann schon fast sagen verliebt in diese zuckersüßen Bilder! Sicherlich ist sowas immer Geschmacksache, aber meine Tochter und ich sind nun Fans der Illustratorin.

    Es gibt in den Bildern so viele Kleinigkeiten zu entdecken, dass es auch einfach nur Spaß macht, sich das Buch anzuschauen.

    Abschließend möchte ich noch kurz auf das empfohlene Alter eingehen. Ich denke, es ist sehr treffend. Ob man mit 3 z.B. schon Pyramiden oder eine Sauna kennt, hängt vom Kind ab, andererseits ist das natürlich auch eine prima Gelegenheit dem Kind, bei Interesse, mehr Wissen zu übermitteln. 

    Mit fortgeschrittenem Alter wird die Geschichte natürlich immer weniger fordernd. 


    Fazit

    Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch, mit einer witzigen Geschichtsidee, welche ganz auf negative Aspekte verzichtet, somit rundherum ein gutes Gefühl hinterlässt und demnach perfekt für die Altersgruppe 3+ geeignet ist. Evtl. sogar schon ein wenig früher, je nach Kind.

    Meiner Tochter und mir hat es sehr gut gefallen und vergeben einstimmig 5 von 5 Sternen.


    Vielen Dank an Blog dein Buch und den Langenscheidt Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars. HIER könnt ihr das Buch bestellen.

    27.09.2013

    Kinderbuch-Rezension zu: "Die Geschichtenerfinderkinder"


    PiNGPONG

    Langenscheidt Verlag

    Bilderbuch

    Autor: Martin Auer

    Geeignet für: für Kinder ab 5 Jahren

    ISBN: 978-3-468-21024-2

    144 Seiten, Hardcover, 877g, 17x221x267m

    Ein kurzweiliges Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahren aus der Reihe PiNGPONG. Seit Karin neu in der Bücherei arbeitet, ist alles anders geworden, viel aufregender. Gemeinsam mit den Kindern entdeckt sie eine geheimnisvolle Tür, die zum Geschichtenturm führt. Dort erspinnen alle zusammen fantastische Gedichte von Tieren, die es nicht gibt, und erzählen tolle Geschichten von ganz und gar unmöglichen Dingen. So lernen wir Nashörnchen und Popohorn kennen und die zwei kleinen Prinzessinnen, die ein großes Hosentaschenfest feiern. Es wird auf Wolken geflogen und mit Monstern gelogen, und es gibt Torten, die nur aus ersten Stücken bestehen. Ungelogen. Na gut, ein bis zwei Lügengeschichten sind auch dabei.




    Es war einmal...
       
    ... ach nein! Viel zu verstaubt und antiquiert. Genauso wie der fantastische Leseturm der Geschichtenerzählerkinder. Doch mit ein bisschen Einsatz wird daraus ein ganz toller Ausgangsort für jede Menge neuer Geschichten!
       
    Da werden die Büchernachmittage zu einem spannenden Abenteuer.
    Die Bibliothekarin Karin entführt eine Gruppe von Kindern ins Reich der Phantasie, in dem sie ihnen Geschichten erzählt. Doch nein, ganz so statisch ist es gar nicht! Denn die Kinder werden mit einbezogen und heraus kommt eine wilde und lebendige Mischung der tollsten Erzählungen.
       
    Diese Dynamik macht das Buch unheimlich lebendig. Zuerst war ich ein wenig geschockt, wie dick es ist. 144 Seiten sind schon einiges für ein Buch in der empfohlenen Altersgruppe von 5+. Die Einteilung entzerrt diese jedoch enorm. Viele Geschichten mit nur ein paar Seiten sind wunderbar geeignet als Gute-Nacht-Lektüre. Man läuft dann nur Gefahr dem Gebettel seines Kindes zu erliegen und noch eine Geschichte vorzulesen und noch eine und... Bis zum nächsten Büchereinachmittag. In diese ist das Buch nämlich unterteilt. Insgesamt umfasst es 4 Nachmittage, an denen 28 Geschichten erzählt werden.
       
    Sie haben uns gut gefallen. Manche mehr, manche weniger. Auf alle einzugehen würde den Rahmen sprengen. Als Elternteil achtet man ja immer so ein bisschen auf den "Nährwert" von Kinderbüchern. Dieses hier kann ich diesbezüglich getrost als 'sehr gut' bewerten. 
    Die ein oder andere Moral der Geschichte mag ihnen zwar nicht immer gleich im Komplexen verständlich sein, aber den Grundtenor können sie denke ich gut erkennen und verstehen. Kommt natürlich auch, wie immer, auf das Kind an.
       
    Meiner Tochter hat das Buch sehr gut gefallen. Und ich bin ebenfalls begeistert, da sie nämlich seit dem wir es lesen plötzlich anfängt und uns ausgedachte Geschichten erzählt! Früher hat sie eher Geschichten nacherzählt. Mag vielleicht jetzt mit 5 auch genau das richtige Alter sein, das Buch war aber auf jeden Fall der Auslöser.
       
    Die Altersempfehlung (5+) ist hier meiner Meinung nach genau richtig gewählt. Ob die Länge der Geschichten für Erstleser, also ab 6, zu lang oder genau richtig ist, kann ich leider noch nicht beurteilen.
        
    Neben dem Text ist das Buch außerdem großzügig bebildert. Die Illustrationen erinnern an die Tuschelmuscheln (auch aus dem Verlag). Schon diese haben meinem Auge nicht geschmeichelt, ich drücke es mal nett aus und auch hier bin ich nicht angetan. 
    Meiner Tochter gefällt es, das ist die Hauptsache. Viele Kinderbücher sind für Erwachsene gemacht und landen, für uns unverständlich, in der nächsten Ecke. Ich weiß nicht was Kindern an, für meine Augen, hässlichen Illustrationen gefällt (und das beobachte ich bei einigen Kinderbüchern die sich meine Tochter aussucht), aber ich bin ja auch kein Kind mehr, sprich nicht die Zielgruppe. Daher lasse ich meine Meinung diesbezüglich auch nicht mit in die Bewertung einfließen.
    Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich jedoch noch nennen. Im Buch gibt es einige komplett bebilderte Doppelseiten ohne Text. Das finde ich beim vorlesen immer etwas schade, wenn der Text nicht zu den Illustrationen passt oder bzw. erst nachgereicht wird. Schöner finde ich, wenn das Kind während des Vorlesens sich die passenden Bilder anschauen kann.
       
    Zu guter Letzt: Der Preis von 19,99€ ist üppig, das Buch jedoch auch. Man hat einen sehr langen Lesespaß und auch darüber hinaus viel Freude mit dem Buch. Es ist die Investition auf jeden Fall wert.
        
    Fazit
    Ein pädagogisch wertvolles Buch, phantasiefördernd und wunderbar zum vorlesen geeignet. Hiermit kann man Kindern ab 5 (eher nicht früher) eine langanhaltende Freude machen.

    11.08.2013

    Kostenlose musikalische Kinderbuch-eBooks (iTunes)

    Vor einiger Zeit durften meine Tochter (5) und ich das interaktive Kinderbuch "Rumpelstilzchens Glück" aus dem Härter Kinderbuchverlag testen. Interaktiv, da es sich hier um ein illustriertes Kinderbuch und einer Musical-CD passend zur Geschichte handelt.

    Uns hat es gut gefallen, wer Interesse hat kann sich HIER gerne nochmal meine Rezension durchlesen.

    Nun ist es so, dass es dieses Buch und zwei weitere Kinderbücher des Verlags als eBook mit Hörbuchfunktion und Musik gibt. 
    Wer über ein iPhone (3G oder neuer), iPodTouch (2. Generation oder neuer) oder iPad mit mindestens iO S 4.2 und iBooks 1.2 verfügt kann sich freuen, da es diese zur Zeit bis zum 12.08.2013 zum kostenlosen Download gibt!

    Also schnell zugreifen, es lohnt sich :)


    Es handelt sich hierbei um folgende musikalische eBooks:

    • Rumpelstilzchens Glück - Kindermusical


    • Gestatten Froschkönig! - Kindermusical


    • Jule Rapunzel - Kindermusical




    28.04.2013

    Kinderbuch-Rezension zu "Dummer Schnuffi" von Adam Stower


    Bilderbuch 32 Seiten, 517 g, 

    18x240x273mm 

    ISBN: 978-3-468-21026-6

    Schon immer hat Lily sich sehnlichst einen Hund gewünscht. Deshalb ist sie überglücklich, als im Garten ein kuscheliger Freund auftaucht. Aber warum verhält sich Schnuffi so gar nicht wie ein normaler Hund? 

    Ein Bilderbuch mit großem Poster!




    Zuckersüße Zeichnungen retten leider nicht die Geschichte


    Das erste was mir beim Betrachten des Covers aufgefallen ist, ist das kleine Mädchen mit ihren rosa Gummistiefeln. Sooooo süß! 

    Um so gespannter war ich auf den Inhalt. Leider kommt der bei mir nicht so gut an.


    Wir begleiten Lily und ihr Findelbären Schnuffi bei allerlei Aktivitäten, bis er wieder zurück in den Zoo muss.

    Wie gesagt das Buch ist ganz entzückend illustriert, der Text gefällt mir weniger. Die Geschichte und die Message die dahinter steckt, ist an sich schön. Noch einmal die Welt aus Kinderaugen betrachten und ohne Vorurteile jeden Tag genießen. Vielleicht ein wenig leichtsinnig das ganze, schließlich handelt es sich hier um den Umgang mit wilden Tieren, aber im übertragenen Sinne pädagogisch wertvoll.

    Warum mir der Text nicht gefällt: Dieses Buch ist für ab 3 Jährige ausgelegt, d.h. ein Vorlesebuch. Doch genau das gestaltet sich schwierig.

    Schön finde ich die recht knappen Texte auf den Seiten, so dass die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder noch nicht so hoch sein muss. Jedoch ist dieses Buch eine Mischung aus traditionellem Vorlesebuch und einer Art Comic. Wild durcheinander- und ineinander gewürfelt. D.h. das Vorlesen wird dadurch recht holprig. 

    Was mich außerdem gestört hat, war dieser Satz: "Er ist dumm, weil er erstens nie sein Futter frisst." Auf das Zweitens warte ich noch immer...

    Graphisch ist der Erzähltext vom übrigen Text abgesetzt und auch die Schriftgröße variiert, das erzeugt Lebendigkeit. 


    Zum Inhalt sollte ich noch erwähnen, dass weder ich noch meine Tochter beim ersten mal lesen verstanden haben, wer nun den Bär abholt. Der Text hält sich hier sehr bedeckt und man sieht nur die Beine desjenigen. Sicher, er ist in Uniform, aber dass es sich hierbei um den Oberaufseher des Safariparks handelt, wurde uns erst klar, als wir uns die zweite Seite des Buchs durchgelesen haben. Dort findet man ein wenig abgeschnittenen Text einer Zeitung und das Bild des Herren. Da dies nicht direkt zur Geschichte gehört, hatten wir diesem Teil fälschlicher Weise zu wenig Beachtung geschenkt. Also Tipp: ganz vorne und hinten im Buch den Zeitungstext lesen!


    Als Besonderheit hat das Buch einen Schutzumschlag. Besonders deshalb, da dieser auseinandergeklappt zu dem "Zugelaufen" Poster wird, welches Lily in der Geschichte bastelt. Das ist eine sehr süße Idee. Das Papier ist auch recht dick, so dass es sogar einfach nur als Umschlag dienen könnte, wenn man es nicht aufhängen möchte und es dann nicht gleich ramponiert aussieht. Nicht gleich... ;)


    Meiner Tochter (4) gefällt das Buch gut. Es ist jedoch keins ihrer Favoriten. Auf meine Frage, was ihr denn daran am besten gefallen hat, meinte sie: der Schal von der Lily! So einen wolle sie auch haben und die rosa Gummistiefel *lach*  


    Bewertung:

    Graphische Umsetzung: 5 Sterne

    Text/Inhalt der Geschichte: 2- 3 Sterne

    Wertung meiner Tochter: 4 Sterne

    Gesamt: 3,5 Sterne


    Fazit:

    Dieses Kinderbuch ist ein Augenschmaus und sicher künstlerisch wertvoll, aber mit deutlichen Schwächen bei der Geschichte.

    Durchaus empfehlenswert, aber kein Must-Have.



    Vielen Dank an Blog dein Buch und den Langenscheidt Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars. HIER könnt ihr das Buch bestellen.


    24.03.2013

    Kinderbuch-Rezension zu "Die Tuschelmuscheln"


    Langenscheidt Verlag
    Christian Noß, Katharina Sieg
    ISBN 978-3-468-21003-7
    Bilderbuch 24 Seiten
    10x236x288mm
    "Die Tuschelmuscheln am Meeresgrunde langweilten sich zu später Stunde ..." Doch schon zeigt die Tiefseefee den Muscheln ihre schillernde Welt und stellt ihnen die seltensten Tiere der Welt vor. Komm auch du mit und lerne Müffelbüffel, Schmatzekatze und Reimschwein kennen!




    Kleinkindfantasy in Reimform 
      

    So ein Abend auf dem Meeresgrund kann ganz schön langweilig sein. Auf jeden Fall für die drei Tuschelmuscheln, die sich nach Zerstreuung sehnen. Doch ein Glück kommt die Tiefseefee vorbei und schnappt sie die drei Nörgler. Nein, nicht zum Abendessen - für eine Reise zu den seltensten Tieren der Welt. 
       
    Dieses vollbebilderte Kinderbuch ist in Reimform geschrieben. Einerseits zum Vorlesen sehr angenehm, da man im Fluss ist, außerdem gut einprägsam für die Kinder. Andererseits finde ich es dann um so ärgerlicher, wenn sich etwas nur annähernd reimt. Dadurch kam ich nämlich das ein oder andere mal ins Stocken. 
       
    Inhaltlich ist die Einordnung des Buchs für 5 Jahre + genau richtig. Jüngere dürften mit den teilweisen doch recht schweren Sätzen Verständnisprobleme bekommen. Das höchste der Gefühle sind ein weinendes Schwein und Hummer, welchen jedoch geholfen wird. Kinder sind bei allzu gruseligen Gegebenheiten oder extrem emotionalen Situationen in Büchern schnell mal überfordert (zumindest meine Tochter; fast 5 Jahre). Dieses Buch birgt nicht diese Gefahr. Und wie es sich gehört, endet es wunderbar harmonisch. 
       
    Die Illustrationen sind natürlich Geschmacksache. Mein Fall sind sie eher nicht, schlecht finde ich sie aber auch nicht. Auf jeden Fall ist das Buch sehr farbenfroh gestaltet, ohne kitschig zu wirken. Meiner Tochter haben sie gut gefallen, ich denke Jungs hätten aber auch sicher ihren Spaß damit. 
       
    Durch die sich reimenden zusammengesetzten Tiernamen, von denen man im Anhang noch mehr präsentiert bekommt, werden die Kinder animiert selbst zu reimen, in dem sie sich andere fantastische Tiere zusammenstellen. 
       
    Apropos fantastisch: Ich würde ja glatt sagen, das wir es hierbei mit einem Kinderfantasybuch zu tun haben. Denn der Tiefseegrund gehorcht auf keinen Fall den Gesetzen der Physik! Da gibt es Wolken, Flüsse und Laubbäume zwischen den Wasserpflanzen. Mal abgesehen von den ganzen Tieren, die gar nicht unter Wasser gehören. 
    Ich musste sofort stutzen und das Buch analytisch durchsuchen. Meiner Tochter ist es nicht mal aufgefallen. Dies spricht finde ich sehr dafür, dass das Kinderbuchkonzept aufgegangen ist, denn die Minis sehen solche Sachen nicht so nüchtern wie wir. Es regt vielmehr ihre Fantasie an. Dafür ist dieses Buch bestens geeignet. 
      
    Fazit 
    Auch wenn ich nicht restlos überzeugt bin, kann ich dieses fantasievolle Bilderbuch mit Texten in Reimform durchaus empfehlen. 5 Jahre sollten die Kinder mindestens sein.

    12.03.2013

    Kinderbuch-Rezension "Der ganz, ganz große Dino"


    Bilderbuch
    Autor: Richard Byrne
    ISBN: 978-3-468-21006-8
    28 Seiten, 362 g, 9x254x253mm 
    Gegen den großen Dino kann der kleine Dino nichts ausrichten? Von wegen! Mit Gewitztheit, ein bisschen Mut und großer Hilfe ist auch der kleinste Dino ein ganz, ganz großer Held. Ein fröhliches Bilderbuch über das Angeben und Teilen.


    Was haben Dinos, Bonbons und starke Emotionen gemeinsam?

    Sie bilden den Grundstock des Bilderbuches "Ein ganz ganz großer Dino"
    Wir befinden uns in einer prähistorischen Welt, in die sich irgendwie ein Glas mit bunten Bonbons eingeschlichen hat, auf die alle scharf sind, aber erstmal nicht jeder welche bekommt.
    Das klingt nun nach einem riesen Setting. Tatsächlich beschränkt es sich jedoch auf drei Dinosaurier vor einem Hintergrund urzeitlicher Flora.
    Relativ minimalistisch also, aber gerade das macht das Buch so geeignet für Kinder ab 3 Jahren und gibt ihnen wunderbar die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. 
    Die Bonbons? ;) Fast. Auf die Moral der Geschichte. Auf den Umgang mit Anderen und das Teilen.
    Dies wird sehr schön und verständlich verdeutlicht.

    Ich muss gestehen, am Anfang war ich sehr skeptisch. Das Cover und der Zeichenstil gefiel mir im Internet nicht so gut. Doch als ich das Buch in der Hand hielt, konnte es sich für mich einnehmen. Die Mischung aus matten und glänzenden Oberflächen lassen die Dinos 'lebendiger' wirken.
    Ganz besonders gefallen hat mir der Urzeitwald. Was im Vordergrund eher schlicht gehalten wird, wird durch diesen detailverliebten Hintergrund wieder wett gemacht.

    Lustigerweise habe ich den Untergrund der Dinos erst sehr spät als das identifiziert, was es tatsächlich war. Meine Tochter war da etwas schneller.

    Der hat das Buch übrigens sehr gut gefallen. Sie erwähnte mehrmals, dass das beste am ganzen Buch die Stelle sei, an der der Dino einen hochroten Kopf bekommt. 
    Während Mutti verzückt auf den Hintergrund starrte, hatte sie sichtlich Spaß mit den Dinos. So soll es natürlich auch sein, macht aber wunderbar deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Erwachsenen und Kindern ist.

    Genau dazu habe ich noch ein Beispiel: die Schrift. In diesem Buch ist sie sehr unkonventionell. Verschiedene Größen, je nach Dino und Gemütszustand und auch die Schriftart ist eine Andere. Jeder Dino hat seine und der Erzählstrang auch. Wer nun ein Text in braven Blöcken erwartet, täuscht sich mächtig. Die Sätze biegen sich geradezu, unter der Macht eines Aufschreis.
    Das alles macht es den Vorlesern nicht gerade leicht und ich muss sagen, ich war sehr irritiert und nicht gerade begeistert. 
    Anders meine Tochter! Von ihr durfte ich mir anhören, wie witzig und verrückt das doch sei. 
    Tja, recht hat sie... Vielleicht sollte man sich des öfteren mal das ein oder andere ausgeflippte Kinderbuch anschauen, um sich wieder in die unbeschwerte Kindheit zu versetzen und der Starre der Blocksätze zu entfliehen.

    Meine rationalere (ich komme mir furchtbar alt vor, während ich das schreibe...) Bewertung lautet gute 4 von 5 Sternen.
    Meine Tochter würde mir da widersprechen und volle Punktzahl geben. Und da dies schließlich ein Kinderbuch ist, zählt ihre Stimme mehr ;)

    Meine Tochter wird bald 5. Ich könnte mir jedoch durchaus vorstellen, das auch schon 2 1/2 Jährige das Buch verstehen. Je nach Entwicklungsstand.


    Vielen Dank an Blog dein Buch und den Langenscheidt Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars. HIER könnt ihr das Buch bestellen.



    19.02.2013

    Kinderbuch-Rezension: Pink Pirates und der Prinzenkuchen


    Sylvia Englert, Gosia Kollek
    Pink Pirates und der Prinzenkuchen
    Ab 4 Jahren / 32 Seiten 
    28,8 cm x 22,2 cm
    12,95 € [D], 13,40 € [A], CHF 18,90
    Erhältlich ab März 2013
    Lotta, Lulu und Lila – diese drei Schwestern sind die „Pink Pirates“. Mit großen Herzen und dem Piratenschiff „Pink Pearl“ helfen sie denen, die in Not sind. Und Hilfsbedürftige gibt auf hoher See praktisch auf jeder Welle... Eines Tages entdecken die Pink Pirates zum Beispiel etwas Eigenartiges: Da fährt ein Schiff ... rückwärts... Warum nur? 

    Was passiert, wenn ein Prinz Geburtstag hat, doch seiner Schiffsmannschaft nichts von der bunten Torte abgibt? Klar, die Seemänner schmollen und weigern sich, das Schiff weiterhin zu steuern. Zum Glück kommen da die drei Piratenschwestern vorbei: Denn als sie den Prinzen überreden
    können, sich zu entschuldigen – ist die Mannschaft wieder zufrieden. Und auch als der gefährlichste Pirat der Welt vorbeikommt, haben die Pink Pirates schon eine Lösung parat. Themen wie Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft und Tierliebe, lustige Abenteuer und wunderbare Illustrationen – die Erlebnisse der Pink Pirates sind genau das Richtige für kleine Nachwuchspiratinnen ab vier Jahren.



    Pink pink pink sind alle meine Farben...

    ... da mein Schatz ein Piratenmädchen ist.
    PiratenMÄDCHEN? Nanu? Ja, auch sowas gibt es und nennt sich seit neustem Pink Pirates!
    Mit einem schicken Schiff, leckeren Kuchen und Hilfe in allen Lebenslagen im Gepäck schippern sie durchs Meer. Säbelrasseln? Fehlanzeige. Piratenmädchen üben sich eher in Deeskalation und helfen jungen Prinzen in Not. 
    Verkehrte Welt? Irgendwie schon, aber ich finde das ehrlich gesagt ganz erfrischend, dass die klassischen Rollenbilder hier mal aufgeweicht werden.

    Das Buch ist komplett coloriert, der Text schmiegt sich in das Bild. Die Farben sind fröhlich, überwiegend pink, aber es driftet für meinen Geschmack nicht ins Kitschige ab.
    Beim Vorlesen hatte ich auf einer Seite ein bisschen Probleme den Text zu erkennen, da hier der Text schwarz und der Hintergrund dunkelblau ist.
    Besonders gut hat mir die Vorstellung der Ladys und des Schiffs am Anfang gefallen. Außerdem die Stelle, als die Pink Pirates mit Wasserschläuchen und Wasserbomben 'angegriffen' haben. Das hatte mehr spielerischen, als gewalttätigen Charakter. Also ideal für das empfohlene Alter von 4 Jahren. 

    Vorgelesen habe ich es meiner 4 1/2 jährigen Tochter. Die war begeistert und hat alles soweit verstanden. Die Passagen sind auch nicht zu lang pro Seite, so dass man recht zügig voran kommt.
    Auch wenn manch Erwachsener die Augen verrollen mag, die Farben treffen genau den Geschmack der meisten kleinen Mädchen.
    Was meine Tochter außerdem toll findet, sind die Babykätzchen. Also ich muss gestehen, an der Stelle musste ich fast lachen. So ein genialer Geniestreich der Autorin! Pink & Babytierchen - das KANN nur gefallen ;) Ok die süße Torte vielleicht auch, da meine Tochter jedoch keine Süßigkeiten mag, hat die das kalt gelassen.
    Den kahlen Pirat findet sie auch gut, sein Schiff allerdings hässlich. So soll es sein.
    Und ganz zum Schluß reiten die 3 Mädels auf Delfinen: Da hat sie bemängelt, dass die drei ja gar nicht nass seien! Tja, da hat sie recht...

    Meine Empfehlung
    Ein wunderschönes pinkes, aber nicht kitschiges Buch, mit einer lehrreichen Botschaft. Für kleine Mädchen ab 4 Jahren bestens zum vorlesen geeignet.