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02.01.2013

Rezension zu "Soap" von Michael Meisheit

Michael Meisheit - Soap


ISBN 978-3000402869
Erscheinungsdatum: 23.11.12
TB 9,90€

Die große Liebe, Intrigen und Verrat, verbotener Sex, versuchter Selbstmord und den sicheren Tod vor Augen. Mit solchen Dramen muss sich der Filmstudent Lukas als neuer Autor der legendären Fernsehserie „Schöneberg“ beschäftigen. Bei der Arbeit? Nein! In seinem eigenen Leben. Denn das wird plötzlich zur Seifenoper. Ausgerechnet unter den neuen Kollegen findet er seine Traumfrau – die Freundin des Chefautors. Doch damit fangen Lukas' Probleme erst an …



Hier ist der Name Programm

Wer gerne Soaps schaut kennt sie, die Dramen des Alltags, spannender als das Leben selbst.
Genauso ist auch dieser Roman aufgemacht. Hier kann man sich über extreme Handlungen freuen, über kryptische Kapitelüberschriften rätseln und über jede Menge Cliffhänger fluchen.

Wir begleiten Protagonist Lukas in einen Abschnitt seines Lebens in dem er selbst wie die Jungfrau zum Kind zu einem Job als Autor einer Weekly-Soap wird. Selbstverständlich hat das auch Auswirkungen auf sein Privatleben...

Herrlich humorvoll hat der Drehbuchautor Michael Meisheit seinen Debütroman in allerklischeehaftester Soapmanier geschrieben. Ich würde es schon fast eine Liebeserklärung an seine Arbeit nennen. 
Man bekommt sehr interessante Einblicke in die Welt der Soaps, mal nicht aus Sicht der Schauspieler, sondern aus der der Autoren. Seine langjährige Arbeit als einer der Autoren der Lindenstraße kommt ihm hierbei zugute.

Ich vermute es könnte jeder lesen und wäre gefesselt. Das liegt einfach an dem Charakter des Buchs. Hat man erst einmal begonnen, wird man mit fiesen Autorentricks animiert immer weiter zu lesen und dabei auch noch Spaß zu haben. So soll es sein und deshalb vergebe ich hierfür 5 Sterne, auch wenn das Ende mir dann doch etwas zu heftig ist. Der Rest ist jedoch gelungen.

03.02.2012

Rezension zu "Herr aller Dinge" von Andreas Eschbach

Andreas Eschbach - Herr aller Dinge 


Sprecher: Sascha Rotermund
23Std. 46Min. (ungekürzt)
Lübbe Audio GmbH 2011
Als Kinder begegnen sie sich das erste Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an trennt sie der soziale Unterschied. Doch Hiroshi hat eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt tilgen könnte. Als er und Charlotte sich wiederbegegnen, sieht er dies als Zeichen, dass sie miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt zu verändern - denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine Zivilisation gegeben - und sie hat das schrecklichste Verbrechen begangen...

Hörprobe zu Herr Aller Dinge von Andreas Eschbach bei Audible

Alle Menschen sollen Reich sein und jeder soll nur noch das machen, worauf er wirklich Lust hat.
Hiroshi Kato, ein kleiner Junge aus Japan, hat eben diese Vision, die er im Laufe der Zeit auch umsetzten will. Er weiß auch schon wie...
So beginnt die Geschichte um das Leben von Hiroshi dem Protagonist. Die zweite tragende Rolle belegt Charlotte Malrou, eine Diplomatentochter, die sich in Kindertagen mit Hiroshi anfreundet.

Das Buch erzählt im Grunde ihre Leben. Abwechselnd mal aus Charlottes, mal aus Hiroshis Sicht. Und der rote Faden ist sein Versuch, der Herr aller Dinge zu werden, zum Wohle der gesamten Menschheit.
Die im Klappentext beschriebene vorherige Zivilisation hat damit zwar etwas zu tun, aber erst gegen Ende des Buchs. Außerdem ist dieser Sachverhalt eher Charlotte zugeordnet.

Ich muss gestehen, mir war sehr lange nicht klar, um welches Genre es sich bei dem Buch handelt.
Es ist zwar glaube ich, in Gegenwartsliteratur eingeordnet, allerdings würde ich rückblickend sagen, man hat es hier eindeutig mit Science Fiction zu tun.

Am Anfang plätscherte die Story so vor sich hin. War interessant, jedoch nicht mitreißend. Doch je weiter man hörte und je älter demnach die Beiden wurden, desto faszinierender und spannender wurde es. Das Ende war so emotional, ich musste echt mit mir kämpfen und hatte einen dicken Kloß im Hals.

Hiroshi und Charlotte sind mir sehr sympathisch und der Autor versteht es meisterhaft einen in eine sehr gut ausgearbeitete, wissenschaftlich fundierte und komplexe Geschichte hineinzuziehen.

Sascha Rotermund hat das Hörbuch ganz hervorragend gesprochen. Sehr angenehm und sehr professionell.

So nun kommt aber endlich mal ein Kritikpunkt, für den der Autor jedoch nichts kann. Und zwar die Musik zwischen einzelnen Passagen oder Kapiteln. Für was? Ok, sie war asiatisch angehaucht, hat also bedingt gepasst, aber sie war teilweise sooooooo unglaublich lange. Grauenhaft! Gerade zwischen spannenden Szenen, oder wenn man unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.
Also so etwas geht gar nicht! Bitte nicht nochmal...
Das positive, was man dem ganzen abgewinnen kann, ist das hier die Musik wenigstens nicht unter das Gesprochene gemischt wurde - das wäre der SuperGAU gewesen.

Meine Empfehlung:
Wer sich für wissenschaftlich angehauchte Romane begeistert (in dem Fall Technik und Anthropologie) kann hier bedenkenlos zuschlagen.
Auf Grund des netten, aber relativ unspektakulären ersten Teils gibt es von mir gute 4/5 Sterne für dieses ungekürzte Hörbuch.



19.12.2011

Rezension zu "Lucy" von Laurence Gonzales

Laurence Gonzales - Lucy


432 Seiten
ISBN 978-3-423-24890-7
Dezember 2011
14,90 [D] 15,40 [A]
Quelle: www.dtv.de
Die atemberaubende Geschichte eines jungen Mädchens, das anders ist als alle anderen

Das Mädchen Lucy wächst im afrikanischen Dschungel bei ihrem Vater, einem englischen Naturforscher, in völliger Abgeschiedenheit auf. Sie ist vierzehn, als er stirbt. Durch Zufall findet die amerikanische Wissenschaftlerin Jenny sie und nimmt sie mit nach Amerika. Lucy ist hübsch und sehr begabt. Was niemand ahnt: Sie ist das Ergebnis eines unglaublichen Experiments, ihr Erbgut eine Kreuzung zwischen dem von Mensch und Menschenaffe. Irgendwann lässt sich das nicht mehr geheimhalten - woraufhin Medien, Militär und Wissenschaftler eine erbarmungslose Jagd auf Lucy beginnen ...

Was genau macht uns menschlich?

In dem Buch "Lucy" geht es unter anderem um genau diese Frage.

Jenny Loewe rettet das Mädchen Lucy vor den Rebellen im Dschungel und flüchtet mit ihr nach Amerika.
Doch Lucy, die mit ihrem Vater - ein Wissenschaftler - ihr Leben bislang nur im Wald des Kongo verbracht hat, birgt ein Geheimnis: Sie ist halb Mensch, halb Bonobo.
Und genau das wird ihr über kurz oder lang zum Verhängnis.

Eine wie ich finde, sehr reizvolle Geschichte, die ganz wunderbar die Abgründe unserer so genannten Menschlichkeit aufzeigt.
Ist das Menschsein abhängig von unseren Genen? Grausamkeit, Diskriminierung, Unterdrückung - ist so etwas menschlich?
Hier wird man mit einigen ethischen Fragen beim lesen konfrontiert, welche sehr zum Nachdenken anregen.
Aber nicht nur solche, sondern auch systemkritische Fragen und Aspekte, bei denen es einem teilweise eiskalt den Rücken runter läuft. Gut die Geschichte spielt in Amerika, aber so blauäugig bin ich nicht, um das gedanklich nicht auch auf andere Länder auszuweiten.

Lucy wird sehr schön beschrieben. Man hat Teil an ihren Ängsten und Freuden. Auch Jenny und ihre Freundin Amanda haben einen großen Part in der Geschichte. Sie leben mit ihr, lieben sie und kämpfen für und um sie.

Der Anfang des Buchs war interessant, hat mich aber nicht sonderlich mitgerissen. Aber es wurde immer besser. Ab der Mitte und gerade im letzten Teil, nimmt das Buch richtig Fahrt auf und ist spannend. Außerdem wurde ich emotional total mitgerissen. Gerade am Ende hatte ich doch einen dicken Klos im Hals.

Der Titel ist nach der Protagonistin gut gewählt, obwohl ich bei Lucy erst an den Frühmensch denken musste. Aber damit hat sie nichts zu tun.
Das Cover ist hervorragend. Der verlorene Gesichtsausdruck, ummantelt von den Farben des Dschungels - wirklich gut umgesetzt. Da habe ich mal nichts zu meckern.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch kann man eigentlich durch die Bank weg, allen Altersklassen empfehlen. Es ist eine Bereicherung und regt zum Nachdenken an.
Auf Grund des minimal schwächeren Anfangs gibt es von mir 4/5 Sterne.


Dieses Rezensionsexemplar hatte ich bei Vorablesen gewonnen. Vielen Dank hierfür und auch an den dtv Verlag für die Bereitstellung.

13.01.2011

Kommentar zu "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" von Dirk Bernemann

Dirk Bernemann - Ich hab die Unschuld kotzen sehen 


ISBN: 978-3-453-67560-5
€ 8,95 [D]
| € 9,20 [A]
Erscheinungstermin:
6. Oktober 2008
„Guten Tag, die Welt liegt in Trümmern.“
So lautet die Begrüßung des Autors, bevor er einen hinabreißt in die Abgründe der Welt. Mit seinem literarischen Skalpell zelebriert er ein Massaker des Lebens, das fasziniert, um gleichzeitig abzustoßen. Wie in Tarantinos „Pulp Fiction“ reihen sich scheinbar zufällige Ereignisse aneinander, um später wieder aufgenommen zu werden. So spinnt sich ein roter Faden – und bald ist klar, dass Blut den Faden so rot schimmern lässt.

Oookay... Aneinandergereihte, jeweils mit dem Vorgänger zusammenhängende Kurzausschnitte aus dem Leben verschiedener Menschen.
Sehr nüchtern, teilweise krank, brutal, aber auch authentisch. Ich hab gelacht, hab mich geekelt und war erschüttert. Puh...
Hat man echt fix durch, aber bleibt einem mit Sicherheit in Erinnerung. So seltsam es klingt zu sagen: "mir hat das Buch sehr gut gefallen", so wahr ist es jedoch.