19.12.2011

Rezension zu "Lucy" von Laurence Gonzales

Laurence Gonzales - Lucy


432 Seiten
ISBN 978-3-423-24890-7
Dezember 2011
14,90 [D] 15,40 [A]
Quelle: www.dtv.de
Die atemberaubende Geschichte eines jungen Mädchens, das anders ist als alle anderen

Das Mädchen Lucy wächst im afrikanischen Dschungel bei ihrem Vater, einem englischen Naturforscher, in völliger Abgeschiedenheit auf. Sie ist vierzehn, als er stirbt. Durch Zufall findet die amerikanische Wissenschaftlerin Jenny sie und nimmt sie mit nach Amerika. Lucy ist hübsch und sehr begabt. Was niemand ahnt: Sie ist das Ergebnis eines unglaublichen Experiments, ihr Erbgut eine Kreuzung zwischen dem von Mensch und Menschenaffe. Irgendwann lässt sich das nicht mehr geheimhalten - woraufhin Medien, Militär und Wissenschaftler eine erbarmungslose Jagd auf Lucy beginnen ...

Was genau macht uns menschlich?

In dem Buch "Lucy" geht es unter anderem um genau diese Frage.

Jenny Loewe rettet das Mädchen Lucy vor den Rebellen im Dschungel und flüchtet mit ihr nach Amerika.
Doch Lucy, die mit ihrem Vater - ein Wissenschaftler - ihr Leben bislang nur im Wald des Kongo verbracht hat, birgt ein Geheimnis: Sie ist halb Mensch, halb Bonobo.
Und genau das wird ihr über kurz oder lang zum Verhängnis.

Eine wie ich finde, sehr reizvolle Geschichte, die ganz wunderbar die Abgründe unserer so genannten Menschlichkeit aufzeigt.
Ist das Menschsein abhängig von unseren Genen? Grausamkeit, Diskriminierung, Unterdrückung - ist so etwas menschlich?
Hier wird man mit einigen ethischen Fragen beim lesen konfrontiert, welche sehr zum Nachdenken anregen.
Aber nicht nur solche, sondern auch systemkritische Fragen und Aspekte, bei denen es einem teilweise eiskalt den Rücken runter läuft. Gut die Geschichte spielt in Amerika, aber so blauäugig bin ich nicht, um das gedanklich nicht auch auf andere Länder auszuweiten.

Lucy wird sehr schön beschrieben. Man hat Teil an ihren Ängsten und Freuden. Auch Jenny und ihre Freundin Amanda haben einen großen Part in der Geschichte. Sie leben mit ihr, lieben sie und kämpfen für und um sie.

Der Anfang des Buchs war interessant, hat mich aber nicht sonderlich mitgerissen. Aber es wurde immer besser. Ab der Mitte und gerade im letzten Teil, nimmt das Buch richtig Fahrt auf und ist spannend. Außerdem wurde ich emotional total mitgerissen. Gerade am Ende hatte ich doch einen dicken Klos im Hals.

Der Titel ist nach der Protagonistin gut gewählt, obwohl ich bei Lucy erst an den Frühmensch denken musste. Aber damit hat sie nichts zu tun.
Das Cover ist hervorragend. Der verlorene Gesichtsausdruck, ummantelt von den Farben des Dschungels - wirklich gut umgesetzt. Da habe ich mal nichts zu meckern.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch kann man eigentlich durch die Bank weg, allen Altersklassen empfehlen. Es ist eine Bereicherung und regt zum Nachdenken an.
Auf Grund des minimal schwächeren Anfangs gibt es von mir 4/5 Sterne.


Dieses Rezensionsexemplar hatte ich bei Vorablesen gewonnen. Vielen Dank hierfür und auch an den dtv Verlag für die Bereitstellung.

Kommentare:

  1. Schöne Rezi,
    jetzt bin ich noch mehr gespannt auf das Buch.

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  2. Das Buch liegt auf meinem SUB und ich werde es wohl als nächstes lesen

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